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| Selenskyj: Mehr als 400 russische Drohnen und Raketen |
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| USA fordern Kriegsende vor Sommer |
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| Kiew bittet Polen um Notstrom |
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| Temperatursturz auf minus 14 Grad erwartet |
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| Kiew, 07. Feb (Reuters) - Russland hat in der Nacht zum |
| Samstag einen massiven Luftangriff auf die ukrainische |
| Energieversorgung gestartet. Nach Aussagen des ukrainischen |
| Präsidenten Wolodymyr Selenskyj setzte das russische Militär |
| dabei mehr als 400 Drohnen und rund 40 Raketen ein. Ziele seien |
| demnach das Stromnetz sowie Kraftwerke und Umspannwerke gewesen. |
| Zugleich drängten die USA auf eine Lösung zur Beendigung des |
| Krieges noch vor dem Sommer. |
Energieminister Denys Schmyhal erklärte, es seien zwei Wärmekraftwerke im Westen des Landes sowie wichtige Verteilerstationen getroffen worden. Der größte private Energieversorger DTEK meldete erhebliche Schäden - es sei der zehnte Angriff auf seine Werke seit Oktober 2025. Wegen der Attacken in Grenznähe stellten zwei polnische Flughäfen vorübergehend den Betrieb ein. Die Regierung in Kiew bat das Nachbarland um Notstromlieferungen, da es landesweit zu Notabschaltungen komme. Der Regionalgouverneur von Lwiw sagte, der Luftalarm in der Region, die an Polen grenzt, habe mehr als sechs Stunden gedauert.
Auch an anderen Orten gingen die Angriffe weiter: Das russische Verteidigungsministerium gab die Einnahme des Dorfes Tschuhuniwka in der Region Charkiw bekannt. Die Ukraine griff nach eigenen Angaben ein Werk für Raketentreibstoff in der westrussischen Region Twer mit Drohnen an.
Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau vor, sich gegen echte Diplomatie und für neue Angriffe zu entscheiden. "Es ist entscheidend, dass jeder, der die trilateralen Verhandlungen unterstützt, darauf reagiert", schrieb Selenskyj auf der Plattform X. Moskau wolle die Kälte als Hebel gegen die Ukraine nutzen. Die Temperaturen sollen in den kommenden Tagen auf bis zu minus 14 Grad fallen.
Erst am Donnerstag war eine weitere von den USA vermittelte Gesprächsrunde zwischen Russland und der Ukraine zu Ende gegangen. Die Parteien hatten sich darauf geeinigt, die trilateralen Beratungen in den kommenden Wochen fortzusetzen. Trotz des Drucks der Regierung von US-Präsident Donald Trump blieben greifbare Ergebnisse bislang aus.
Laut Selenskyj will die US-Regierung eine Beendigung des Krieges noch vor dem Sommer. Die USA hätten eine neue Verhandlungsrunde in Miami in einer Woche vorgeschlagen, der Kiew zugestimmt habe. "Die Amerikaner schlagen vor, dass die Parteien den Krieg vor Beginn dieses Sommers beenden, und werden wahrscheinlich Druck ausüben, diesen Zeitplan einzuhalten", sagte er. Hintergrund seien die Kongresswahlen in den USA, die Anfang November stattfinden. "Die Wahlen sind definitiv wichtiger für sie. Wir sollten nicht naiv sein. Und sie sagen, sie wollen bis Juni alles erledigt haben." Selenskyj bestätigte damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zu einem möglichen Zeitplan.
(Bericht von Yuliia Dysa, Olena Harmash, geschrieben von Myria Mildenberger, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)