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05.03.2026 /07:38:53
FOKUS 1-DHL spart gegen Zölle an - Gewinn soll steigen

* DHL steigert bei sinkenden Umsätzen Gewinn
 
*Aktionäre sollen höhere Dividende erhalten
 
*Konzern will 2026 mehr operativen Gewinn
 
(Neu: Aussagen CEO)
Düsseldorf, 05. Mrz (Reuters) - Der Logistikriese
DHL <DHLn.DE> federt mit seinem Sparprogramm die Folgen der
US-Zollpolitik ab. DHL habe 2025 bei sinkenden Umsätzen den
operativen Gewinn steigern können, teilten die Bonner am
Donnerstag mit. Der Umsatz sank unter anderem wegen
schrumpfender Sendungsvolumina der wichtigen Express-Sparte in
die USA um 1,6 Prozent auf 82,9 Milliarden Euro, der operative
Gewinn (Ebit) legte dagegen dank der Einsparungen um 3,7 Prozent
auf 6,1 Milliarden Euro zu. Analysten hatten nach einer
DHL-Umfrage im Mittel einen Umsatz von 83,1 Milliarden erwartet,
den operativen Gewinn sahen sie bei rund 6,01 Milliarden. Die
Aktionäre sollen für 2025 je Aktie 1,90 Euro Dividende erhalten,
nach 1,85 Euro im Jahr zuvor.

"Die Volatilität der Weltwirtschaft wird uns auch im Jahr 2026 begleiten", sagte Konzernchef Tobias Meyer, dessen Vertrag der Aufsichtsrat am Vortag bis März 2031 verlängert hatte. Trotz der Entwicklung wollen die Bonner nun ein operatives Ergebnis von über 6,2 Milliarden Euro erzielen. "Unsere Prognose kalkuliert explizit keine Verbesserung des weltwirtschaftlichen Umfelds ein", betonte Meyer.

Meyer hatte schon Anfang 2025 den Rotstift angesetzt. In der Brief- und Paketsparte in Deutschland fielen 8000 Stellen oder rund vier Prozent der gut 190.000 Arbeitsplätze weg. Das Ziel sei durch "natürliche Fluktuation" erreicht worden, hatte der DHL-Chef gesagt. Aber auch an anderer Stelle strich DHL Jobs. Der Konzern beschäftigte Ende 2025 noch knapp 584.000 Menschen - im Jahr zuvor waren es rund 601.000. Insgesamt will er die Kosten konzernweit bis 2027 um mehr als eine Milliarde Euro drücken. Dabei kam er schon im vergangenen Jahr voran: "In Summe hat unser Kostenprogramm Fit for Growth im Jahr 2025 brutto über 600 Millionen Euro zum operativen Ergebnis beigetragen", sagte der DHL-Chef.

Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump bremse "vor allem den Handel auf Routen in die USA, aber auch den US-Export", hatte Meyer schon im vergangenen Jahr beklagt. Der Zollkonflikt hinterließ auch in den Büchern der Bonner Spuren: Während das deutsche Brief- und Paketgeschäft wuchs, schrumpfte der Umsatz in der größten Sparte Express. Im internationalen Frachtgeschäft brachen Umsatz und Gewinn ein. "Der globale Speditionsmarkt war im Jahr 2025 geprägt von anhaltenden geopolitischen Konflikten und zunehmender Unsicherheit in Bezug auf Zölle", hieß es.

Nun kommen noch die Folgen des Konflikts um Iran auf die Logistiker zu. Konkurrent Kühne+Nagel <KNIN.S> etwa rechnet durch den Konflikt in Nahost mit Verschiebungen im globalen Warenhandel. Bei der Luftfracht dürfte es zu Engpässen kommen, hatte Konzernchef Stefan Paul jüngst gesagt. "Wir sehen, dass etwa 18 Prozent der weltweiten Kapazität in der Luftfracht durch die jetzige Situation gegroundet ist."

Auch Wettbewerber wie UPS <UPS.N> oder FedEx <FDX.N> drücken angesichts der Entwicklung auf die Kostenbremse und erhöhen - wo möglich - die Preise. UPS hatte erst Ende Januar den Abbau von weiteren 30.000 Stellen angekündigt. Der US-Paketriese, der ebenfalls unter den Folgen der Zollpolitik Trumps leidet, hatte bereits 48.000 Jobs gestrichen und 93 Standorte geschlossen. Bei Kühne+Nagel sollen über 2000 Stellen wegfallen.

(Bericht von Matthias Inverardi. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com.)

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