| * | Rechenzentrums-Strategie: Strombedarf wird stark | ||
| steigen | |||
| * | Wichtiges Element bei KI-Aufholjagd | ||
| * | Kabinett soll Wildberger-Strategie Mittwoch billigen | ||
| * | Stärkere Vernetzung aller Partner geplant | ||
| Berlin, 17. Mrz (Reuters) - Deutschland will nach | |||
| Angaben von Digitalminister Karsten Wildberger die Kapazitäten | |||
| für Rechenzentren bis zum Jahr 2030 mindestens verdoppeln. Die | |||
| bisherigen Kapazitäten für Künstliche Intelligenz (KI) sollten | |||
| dabei mindestens vervierfacht werden, sagte er. Laut der neuen | |||
| Rechenzentrumsstrategie, die am Mittwoch vom Bundeskabinett | |||
| verabschiedet werden soll, wird der Energiebedarf in Deutschland | |||
| wegen des Ausbaus der Rechenzentren um einige Gigawatt wachsen. | |||
| Die Strategie enthält 28 Einzelmaßnahmen für eine | |||
| Ausbaustrategie, die innerhalb eines Jahres umgesetzt werden | |||
| sollen. | |||
Bisher hinkt Deutschland deutlich hinter den USA und China hinterher. Dort werden in rasantem Tempo sehr große Rechenzentren aufgebaut, die zum Teil ausschließlich der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz dienen. Die EU hat dafür eine Ausschreibung für sogenannte KI-Gigafactories gemacht, von denen nach Vorstellung der Bundesregierung mindestens eine nach Deutschland kommen soll. Wildberger sprach von einem größeren Aufholbedarf gegenüber den USA.
Die Strategie listet dabei Vor- und Nachteile des Standorts Deutschland in Europa auf: Zu den Stärken werden eine stabile Versorgungslage, ein hoher Anteil an erneuerbaren Energien, eine gut ausgebaute Infrastruktur sowie die zentrale Lage und Vernetzung innerhalb Europas genannt. Es gebe aber knappe Anschlusskapazitäten im Stromnetz, die für die Standortwahl von Rechenzentren wegen deren Strombedarf sehr wichtig sind, sowie weniger geeignete Flächen.
Teil der Strategie soll es deshalb beispielsweise sein, Freiflächen zu identifizieren, die für potenzielle Investoren attraktiv sind. Außerdem solle die Gewerbesteuer künftig dort anfallen, wo das Rechenzentrum steht und nicht am Firmensitz der Unternehmen. Zudem sollten die Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden, wird in der Strategie gefordert. Das Ministerium will außerdem eine stärkere Vernetzung von Start-Ups, Mittelstand, Industrieanwendern, Telekommunikationsunternehmen, Rechenzentrumsbetreibern und der Forschung erreichen, damit die Kapazitäten und Nutzung von Rechenzentren in dem Maße gesteigert werden können, wie sie gebraucht werden.
Als Nachteil wird die starke Dominanz von außereuropäischen Akteuren im Bereich der Rechenzentren genannt. Firmen wie Amazon <AMZN.O>, Web Services (AWS), Microsoft <MSFT.O> oder Google <GOOGL.O> dominieren auch als Cloudanbieter den Bereich und haben in den vergangenen Monaten milliardenschwere neue Investitionen angekündigt. Aus Deutschland investieren etwa die Deutsche Telekom <DTEGn.DE> und die Schwarz-Gruppe in Großrechenzentren. "Rechenzentren stellen wichtige Vorhaben dar, um europäische Technologien über den gesamten Technologie-Stack zu kommerzialisieren und skalieren", heißt es nun in der Strategie. Ein nötiger Schulterschluss mit europäischen Partnern wird betont.
Dennoch will die Bundesregierung Deutschland nicht abschotten. "Investitionen aus Drittstaaten sind uns willkommen", heißt es ausdrücklich. Gleichwohl ziele die Strategie darauf ab, vor allem Unternehmen aus Deutschland und Europa zu stärken.
(Bericht von Andreas Rinke, Christian Krämer; redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)