Wien, 17. Mrz (Reuters) - Der österreichische Energieregulator E-Control rechnet im Falle eines länger andauernden Konflikts im Iran auch mit einem Anstieg der Strompreise. Für Bestandskunden könnte dies im kommenden Jahr ein Plus von etwa einem Cent pro Kilowattstunde bedeuten, sagte Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am Dienstag in Wien. Sollten die Kampfhandlungen dagegen rasch enden, werde sich der Preisanstieg kaum bemerkbar machen.
Angesichts der aktuellen Marktlage riet Urbantschitsch Haushalten, jetzt Fixpreisverträge abzuschließen. "Ich würde allen raten, jetzt ein Fixpreisangebot abzuschließen, weil man dann gut über den nächsten Winter kommt", sagte er. Wer derzeit einen dynamischen Tarif nutze, bei dem sich Großhandelspreise unmittelbar auf die Endkundenpreise auswirkten, sollte einen Wechsel prüfen. Es gebe derzeit noch attraktive Angebote am Markt, teilweise um die zehn Cent netto pro Kilowattstunde.
Zwar sehe die Behörde derzeit noch keine Energiekrise wie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, beobachte aber "massiv erhöhte Preise" beim Gas. Man sei jedoch weit von den Preisspitzen des Jahres 2022 entfernt. Vorstand Alfons Haber betonte zudem, dass die Ausgangslage eine andere sei als noch vor vier Jahren. Damals habe Europa rund 40 Prozent seines Gases über Pipelines aus Russland bezogen. Heute sei die Versorgung dank Flüssigerdgas (LNG) breiter aufgestellt und die Mengen seien am Weltmarkt verfügbar. Die Situation sei daher mit den damaligen Verwerfungen nicht vergleichbar.
(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)