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17.03.2026 /12:58:15
FOKUS 1-Audi setzt auf Stabilisierung nach schwachem Jahr 2025

* US-Zölle und China-Konkurrenzkampf belasten
 
*Marktumfeld bleibt anspruchsvoll
 
*Personalabbau läuft wie geplant
 
(Neu: Aussagen zu China, Hintergrund)
Frankfurt/Ingolstadt, 17. Mrz (Reuters) - Der
Premium-Autobauer Audi erwartet nach einem Gewinnrückgang 2025
eine höhere Profitabilität in diesem Jahr. Die gestiegenen
US-Importzölle und der Preiskrieg in China sorgen weiter für ein
schwieriges Umfeld. "Fest steht, die Rahmenbedingungen werden
auch 2026 nicht einfacher", erklärte Audi-Finanzchef Jürgen
Rittersberger am Dienstag.Audi müsse effizienter und
wettbewerbsfähiger werden. Die von Audi geführte Markengruppe
"Progressive" im Volkswagen <VOWG.DE>-Konzern, zu der auch
Bentley, Lamborghini und Ducati gehören, verbuchte im
vergangenen Jahr einen Rückgang des operativen Gewinns um fast
14 Prozent auf 3,37 Milliarden Euro. Die Rendite sank um rund
einen Prozentpunkt auf 5,1 Prozent. In diesem Jahr soll sie auf
sechs bis acht Prozent zulegen, auch dank weiterer Einsparungen.

Die US-Zölle hätten Audi 1,2 Milliarden Euro oder zwei Prozentpunkte bei der Marge gekostet, wobei der größte Teil davon auf die Marke Audi entfällt. Im laufenden Jahr werde der Zolleffekt ähnlich hoch sein, weil die Einfuhrabgabe kaum über die Preise an die Kunden in den USA weiterzugeben sei, erklärte der Finanzchef. Audi wird von dem auf 15 Prozent erhöhten US-Zoll hart getroffen, weil der Autobauer keine eigene US-Produktionhat. Schon länger wird im VW-Konzern diskutiert, ein Audi-Werk in den Vereinigten Staaten zu bauen. Audi-Chef Gernot Döllner sagte, eine Entscheidung solle in diesem Jahr fallen. VW-Konzernchef Oliver Blume sagte kürzlich, Bedingung dafür sei aber eine Erleichterung bei den Zöllen seitens der US-Regierung.

CHINA BLEIBT SCHWIERIG

Für 2026 prognostiziert Audi für die Markengruppe einen Umsatz von 63 bis 68 Milliarden Euro (Vorjahr: 65,5 Milliarden Euro). Der Absatz wird mit 1,65 bis 1,75 Millionen Fahrzeugen kaum über Vorjahr (1,64 Millionen) erwartet. Bei der Marke Audi bröckelte die Rendite 2025 um einen halben Prozentpunkt ab auf 3,9 Prozent, das Betriebsergebnis fiel um knapp 13 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Erst langfristig sei eine zweistellige Rendite zu erwarten, sagte Döllner. Die Wende will die Marke mit den vier Ringen mit der laufenden Modelloffensive schaffen, die innerhalb von zwei Jahren 20 Neuheiten umfasst - vom Kompaktmodell A2 bis zum Luxus-SUV Q9.

In China schlug sich Audi besser als die deutsche Premiumkonkurrenz BMW <BMWG.DE> und Mercedes-Benz <MBGn.DE>. Der Absatz sank auf dem wichtigsten Einzelmarkt um fünf Prozent auf 617.000 Verkäufe, bei den Konkurrenten zweistellig. Der Gewinnbeitrag aus China schrumpfte um ein Fünftel auf eine halbe Milliarde Euro und wird Rittersberger zufolge weiter sinken.

Um der starken heimischen Konkurrenz bei Elektroautos Paroli zu bieten, schuf der Autobauer eine neue Submarke ohne die vier Ringe - die Marke AUDI. Das erste Modell, der E5 Sportback, habe sich in den ersten beiden Monaten des Jahres nicht so gut entwickelt wie erwartet. Doch die Marke sei erst im Aufbau und bringe in diesem Jahr mit dem SUV E7X das zweite Modell heraus, sagte Döllner.

Um die Profitabilität zu verbessern, hat auch Audi einen Personalabbau im vergangenen Jahr beschlossen. Dieser werde wie geplant umgesetzt. Insgesamt fallen bis 2029 in Deutschland 7500 von 55.000 Arbeitsplätzen ohne betriebsbedingte Kündigungen weg. Vom ersten Etappenziel - 6000 Stellen bis 2027 - seien 65 Prozent vollzogen oder verbindlich vereinbart.

(Bericht von Ilona Wissenbach und Rachel More, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)

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