Berlin, 17. Mrz (Reuters) - Die Energiewirtschaft und kommunale Versorger fordern von Bund und Ländern bessere Rahmenbedingungen, um die milliardenschweren Investitionen für die Energiewende zu stemmen. Bis 2030 seien dafür jährliche Investitionen von rund 90 Milliarden Euro nötig, teilten der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) gemeinsam mit dem Beratungshaus Deloitte am Dienstag mit. "Investoren und Energieunternehmen stehen in den Startlöchern", sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae. Nun brauche es den politischen Willen, vor allem starke Eigenkapital- und Risikoübernahmeinstrumente auf die Beine zu stellen, um privates Kapital in großem Umfang zu mobilisieren.
Die beiden Verbände richteten am Dienstag in Berlin eine Finanzierungskonferenz aus. Der Bund stehe in der Verantwortung, Modelle staatlicher Bürgschaften und Garantien zu entwickeln, forderte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Dies gelte vor allem für die Stärkung des Eigenkapitals der Stadtwerke. Der Staat müsse vom "Förderstaat zum Mobilisierungsstaat" werden und privates Kapital durch gezieltes De-Risking hebeln, erklärte Hans-Jürgen Walter von Deloitte. Der bereits gestartete "Deutschlandfonds" sei zwar ein wichtiges Element, reiche aber nicht aus, um die nötigen Investitionen anzustoßen.
(Bericht von Holger Hansen, redigiert von Sabine Ehrhardt Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)