Berlin, 17. Mrz (Reuters) - Der deutsche Beteiligungskapitalmarkt hat im vergangenen Jahr trotz der Konjunkturflaute das höchste Investitionsniveau seit 2021 erreicht. Insgesamt steckten Private-Equity- und Venture-Capital-Firmen 15,69 Milliarden Euro in deutsche Unternehmen und damit vier Prozent mehr als im Jahr davor, wie der Bundesverband Beteiligungskapital (BVK) am Dienstag mitteilte. "Das ist ein gutes Zeichen und zeigt, dass private Investoren das Rückgrat für deutsche Mittelständler sowie Gründerinnen und Gründer sind", sagte BVK-Vorstandssprecherin Ulrike Hinrichs.
Getrieben wurde das Wachstum vor allem vom Geschäft mit Unternehmensübernahmen, den sogenannten Buy-outs. Hier stiegen die Investitionen auf 10,66 (2024: 9,1) Milliarden Euro. "Mehrere große Transaktionen trugen maßgeblich zu diesem Anstieg bei und unterstreichen die Attraktivität des Standorts Deutschland für internationale Investoren", erklärte BVK-Vorstandssprecher Ingo Krocke. Zu den größten Transaktionen des Jahres zählten demnach Stada, BASF <BASFn.DE> Coatings und Apleona. Gleichzeitig bremsten unterschiedliche Preisvorstellungen zwischen Käufern und Verkäufern weiter viele Transaktionen aus, hieß es.
Eine erwartete Erholung im Bereich Wagniskapital (Venture Capital) blieb hingegen aus. Mit 2,23 Milliarden Euro investierten Beteiligungsfirmen rund ein Drittel weniger in Start-ups als 2024. "Während die globalen Investitionen ? befeuert vom KI-Hype ? wieder steigen, kann Deutschland davon bislang nur begrenzt profitieren", sagte BVK-Vorstandsmitglied Frédéric du Bois-Reymond. Auch das Einwerben neuer Mittel für Fonds, das sogenannte Fundraising, fiel mit 5,81 Milliarden Euro spürbar schwächer aus als im starken Vorjahr.
Für den Ausblick zeigte sich die Branche verhalten optimistisch. "Der breite Marktaufschwung hängt weiter stark von geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen ab - und das Jahr 2026 ist schwierig gestartet", sagte Hinrichs. Zugleich gebe es Chancen durch Technologietrends wie Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung, die dem Venture-Capital-Segment neuen Schwung geben könnten. Zudem erwarte man Impulse von der Politik.
(Bericht von Klaus Lauer; redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)