Brüssel, 17. Mrz (Reuters) - Im Streit über den Ausfall russischer Öl-Lieferungen durch die Ukraine und einen in diesem Zusammenhang von Ungarn blockierten EU-Milliardenkredit für Kiew deutet sich eine Entspannung an. Die Ukraine habe das Angebot der Europäischen Union für technische und finanzielle Hilfe zur Reparatur der beschädigten Druschba-Pipeline angenommen, teilte EU-Ratspräsident Antonio Costa am Dienstag mit. In einem Schreiben an die EU erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Reparaturarbeiten stünden kurz vor dem Abschluss. Die Pumpstation werde voraussichtlich in eineinhalb Monaten wieder betriebsbereit sein, sofern es dort keine weiteren Angriffe durch Russland gebe.
Ungarn hatte am Montag angekündigt, einen 90 Milliarden Euro schweren Kredit der EU für die Ukraine und neue Sanktionen gegen Russland zu blockieren, solange die russischen Öl-Lieferungen über die Druschba-Pipeline unterbrochen blieben. Die Lieferungen durch die Pipeline nach Ungarn und in die Slowakei sind seit Ende Januar ausgesetzt. Die Regierung in Kiew macht einen russischen Angriff auf die Anlagen der Pipeline in der Westukraine dafür verantwortlich. Die Slowakei und Ungarn geben dagegen der Ukraine die Schuld an der langen Unterbrechung. Sie sind stark von russischen Energielieferungen abhängig und pflegen trotz des Kriegs weiter engere Beziehungen mit Moskau.
"Vorwürfe, die Ukraine behindere absichtlich den Öltransport durch die Druschba-Pipeline, sind unbegründet", hieß es in dem Schreiben Selenskyjs an Costa und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. In einem Brief an Selenskyj hatten die beiden EU-Spitzen erklärt, die Wiederaufnahme der Öl-Lieferungen durch die Ukraine sei von großer Bedeutung für die Stabilität der Märkte. Zudem entspreche dies den vertraglichen Verpflichtungen der Ukraine. Sie bekräftigten ihre Zusage, dass die EU bis Ende 2027 schrittweise alle verbleibenden Ölimporte aus Russland beende.
(Bericht von Bart Meijer, geschrieben von Christian Götz, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)