18. Mrz (Reuters) - Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran und dessen Angriffe auf Nachbarstaaten haben den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gebracht. Durch die Meerenge werden normalerweise rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgas-Lieferungen transportiert. Die Ölexporte aus der Region sind um mindestens 60 Prozent eingebrochen. Der Ölpreis kletterte auf über 100 Dollar pro Barrel. Es folgt ein Überblick über die wichtigsten Ausfälle und Reaktionen:
SAUDI-ARABIEN - Der weltgrößte Ölexporteur hat seine Produktion Insidern zufolge um zwei Millionen Barrel pro Tag (bpd) auf rund acht Millionen bpd gedrosselt.
IRAK - Der zweitgrößte Produzent der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) kürzte die Förderung seiner Hauptölfelder im Süden des Landes um 70 Prozent auf 1,3 Millionen bpd.
VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE (VAE) - Der drittgrößte Opec-Produzent hat seine Förderung Insidern zufolge mehr als halbiert.
KATAR - Das Emirat liefert normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Angebots an Flüssigerdgas (LNG). Katar stoppte am 2. März den Betrieb seiner LNG-Anlagen.
IRAN - Die USA haben militärische Ziele auf der Insel Charg angegriffen, dem wichtigsten Ölexport-Terminal des Landes. Israelische Angriffe trafen mehrere Treibstofflager auf dem Festland. Zudem wurden Anlagen des riesigen Gasfeldes South Pars attackiert.
TOTALENERGIES <TTEF.PA> - Der französische Ölriese meldete am 12. März einen Rückgang seiner Förderung im Nahen Osten um 15 Prozent.
BLOCKADE - Der Iran erklärte die Straße von Hormus am 2. März für geschlossen und drohte, passierende Schiffe anzugreifen. Seit Kriegsbeginn wurden mehr als ein Dutzend Schiffe getroffen. Einigen Tankern mit Lieferungen für Indien und Pakistan wurde die Durchfahrt erlaubt.
VERSICHERUNGEN - Große Schiffsversicherer haben die Kriegsrisikodeckung für Schiffe im Persischen Golf und angrenzenden Gewässern gekündigt.
SCHUTZANKÜNDIGUNGEN - US-Präsident Donald Trump erklärte wiederholt, die US-Marine könne Tanker eskortieren. Bislang lehnte diese jedoch Anfragen der Branche ab.
ÖLPREISE - Die Referenzpreise für Rohöl aus dem Nahen Osten stiegen auf Allzeithochs.
ASIEN - Asiatische Raffinerien, darunter Anlagen in Japan, haben ihre Produktion gedrosselt. China, der weltweit größte Ölimporteur, hat den Export von Benzin, Diesel und Flugkraftstoff verboten. Staatliche chinesische Ölkonzerne prüfen erneut den Kauf von russischem Rohöl. Indien forderte die Verbraucher auf, angesichts der Gasknappheit Ruhe zu bewahren und Energie zu sparen. Südkorea hat zum ersten Mal seit 30 Jahren Obergrenzen für die inländischen Kraftstoffpreise festgelegt
EUROPA - Die EU erwägt eine Begrenzung der Gaspreise, um den Verbrauchern zu helfen.
INTERNATIONALE ENERGIE-AGENTUR - Die IEA hat empfohlen, 400 Millionen Barrel aus den weltweiten Ölreserven freizugeben ? die größte Maßnahme dieser Art in ihrer Geschichte.
USA - Die US-Regierung hat die Sanktionen gegen russisches Rohöl vorübergehend gelockert.
(Bericht von Ahmad Ghaddar in London und Nerijus Adomaitis in Oslo; unter Mitarbeit von Stephanie Kelly; bearbeitet von Jörn Poltz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)