| * Mehr Betriebsgewinn dank Kostensenkungen | |
| * | 655 Millionen Euro Nettoverlust, keine Dividende |
| * | Profitabilität soll sich 2026 verbessern |
| (Neu: Nettoverlust, Details) | |
| Frankfurt, 18. Mrz (Reuters) - Der Autozulieferer | |
| Aumovio <AMV0n.DE> hat trotz eines geringeren Umsatzes das | |
| Betriebsergebnis im vergangenen Jahr sprunghaft gesteigert - | |
| unter dem Strich aber Verlust gemacht. Das im vergangenen Jahr | |
| von Continental <CONG.DE> 2025 abgespaltene und an die Börse | |
| gebrachte Unternehmen erzielte dank Kostensenkungen einen | |
| bereinigten Vorsteuergewinn von 717 Millionen Euro, ein Plus von | |
| 45,5 Prozent. Der Umsatz sei in einem schwierigen Marktumfeld | |
| hingegen um fünf Prozent gesunken auf 18,5 Milliarden Euro, | |
| teilte der MDAX-Konzern am Mittwoch mit. Unter dem Strich machte | |
| das Unternehmen 655 Millionen Euro Verlust nach einem Minus von | |
| 289 Millionen Euro im Vorjahr. Das lag an hohen Steuern, | |
| Einmalbelastungen für die Abspaltung von Continental und an | |
| Transformationskosten. | |
Eine Dividende ist für das erste Geschäftsjahr nicht vorgesehen. "Wir werden die Mittel aus unserer starken Bilanz im Jahr 2026 primär dafür einsetzen, den Unternehmenswert zu steigern, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und unsere strategischen Aktivitäten umzusetzen", hieß es im Geschäftsbericht. Im zweiten Halbjahr will Finanzchefin Jutta Dönges eine Strategie zur Kapitalverwendung, also auch zur künftigen Dividendenpolitik, vorstellen.
Die einstige Kernsparte von Continental kämpft seit Jahren mit schwacher Ertragslage und ist deshalb schon länger auf Schrumpfkurs. Erst im Januar hatte Aumovio angekündigt, wegen des schwierigen Automarktes bis Ende 2026 weltweit bis zu 4000 Stellen in Forschung und Entwicklung zu streichen. In Deutschland ist eine hohe dreistellige Zahl an Beschäftigten betroffen, die über ein ab März geplantes Abfindungsprogramm ausscheiden sollen. Die Zahl der Beschäftigten weltweit sank 2025 um 11.000 auf knapp 82.000. Vor fünf Jahren zählte Continental Automotive noch mehr als 100.000 Mitarbeitende.
Die Marge verbesserte sich auf 3,9 Prozent von 2,5 Prozent im Vorjahr. Vor allem im Geschäft mit Bremsen und Sicherheitssystemen steigerte Aumovio den Gewinn. Dazu trugen deutlich niedrigere Kosten und eine effizientere Produktion bei. "Für 2026 gehen wir weiterhin von einem herausfordernden Marktumfeld aus", erklärte Vorstandschef Philipp von Hirschheydt. "Wir steuern aktiv gegen und verbessern so im Jahr des Übergangs weiter unsere Wettbewerbsposition." Der bereinigte Konzernumsatz soll in diesem Jahr maximal auf Vorjahresniveau liegen, die Marge auf bis zu fünf Prozent klettern. Das Unternehmen peilt einen "normalisierten" Cashflow von 500 bis 800 Millionen Euro an.
(Bericht von Ilona Wissenbach, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)