Berlin, 18. Mrz (Reuters) - Die Bundesregierung will deutsche Unternehmen besser vor Spionage, Sabotage und Cyberangriffen schützen. Das Bundeskabinett beschloss dazu am Mittwoch die neue Nationale Wirtschaftsschutzstrategie. Ziel sei die "Stärkung der Resilienz der Wertschöpfungs- und Lieferketten sowie von Forschung, Innovation und Entwicklung deutscher Unternehmen", heißt es in dem vom Innenministerium erarbeiteten Papier. Die Strategie soll die Zusammenarbeit von Staat und Unternehmen verbessern, um auf physische, digitale und hybride Bedrohungen reagieren zu können. In den vergangenen Monaten hatte die Bundesregierung bereits das Kritis-Gesetz zum physischen Schutz der kritischen Infrastruktur vor Sabotage sowie die NIS-2-Richtlinie der EU umgesetzt. Diese soll vor allem den Schutz vor Hacker-Angriffen verbessern.
Für die bessere Kooperation von Behörden und Firmen soll eine zentrale Ansprechstelle für alle Themen des Wirtschaftsschutzes geprüft werden. Zudem strebt die Regierung den Aufbau eines Lagebildes an, um die Gefährdung der Wirtschaft besser bewerten zu können. Ein Fokus liegt auf der Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die oft nicht über eigene Sicherheitsabteilungen verfügen. Die Strategie ist Teil einer Reihe von Initiativen, die auf die Nationale Sicherheitsstrategie aus dem Jahr 2023 aufbauen. Eckpunkte für die Strategie wurden schon 2024 erarbeitet.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) lobte den Schritt. "Eine Nationale Wirtschaftsschutzstrategie setzt ein wichtiges Signal: Wirtschaftsschutz gehört zur nationalen Sicherheit", sagte Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI. Entscheidend für einen wirksamen Schutz sei nun ein verlässlicher Austausch sicherheitsrelevanter Informationen und eine klare Steuerung. Zudem müsse die Strategie alle Unternehmen erreichen, insbesondere Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen. "Gerade diesen Unternehmen fehlen oft eigene Sicherheitsstrukturen", erklärte Lösch. Sie benötigten gezielte Unterstützung, einfache Angebote und feste Ansprechpartner.
(Bericht von Markus Wacket; redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)