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18.03.2026 /09:42:35
FOKUS 1-Mehr Baugenehmigungen für Wohnungen - Aber Risiko Iran-Krieg

* Plus vonmehr als acht Prozent im Januar
 
*Experte: Gestiegene Kraftstoffpreise dämpfen
Bauaktivität
 
(neu: mit Bauindustrie, ZIA)
Berlin, 18. Mrz (Reuters) - Der Aufwärtstrend im
deutschen Wohnungsbau hat sich zu Jahresbeginn fortgesetzt,
könnte aber durch den Iran-Krieg gebremst werden. Die Zahl der
Baugenehmigungen stieg im Januar um 8,4 Prozent zum
Vorjahresmonat auf 19.500 Wohnungen, wie das Statistische
Bundesamt amMittwoch mitteilte. Der krisengeplagte Wohnungsbau
hatte 2025 die Trendwende geschafft: Nach drei Minus-Jahren in
Folge stieg die Zahl der Genehmigungen erstmals wieder. Höhere
Zinsen und Materialkosten hatten in den drei Vorjahren viele
Bauherren abgeschreckt.

Experten warnen aber vor neuen Risiken durch den Iran-Krieg. "Die gestiegenen Kraftstoffpreise und damit die steigende Inflation dämpfen die Bauaktivität über zwei Kanäle", sagte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Sebastian Dullien. So könnte die Europäische Zentralbank zu Zinserhöhungen gezwungen sein. "Dies führt zu höheren Bauzinsen, was Wohnungsbau weniger bezahlbar macht." Zum anderen drohe ein Kaufkraftentzug durch höhere Energiepreise, der weniger Spielraum zum Bau eines Eigenheims bedeute.

"UNMITTELBAR BETROFFEN"

Höhere Kosten sieht auch die Wirtschaft auf sich zukommen. "Da rund 40 Prozent des Energieverbrauchs im Baugewerbe auf Diesel entfällt, sind die Unternehmen unmittelbar betroffen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller. Der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft ZIA erklärte, dass die Baukosten zwischen 2015 und Ende 2023 um rund 60 Prozent gestiegen seien. Nach Beginn der russischen Ukraine-Invasion vor mehr als vier Jahren waren die Energiepreise schon einmal drastisch nach oben gegangen.

Im Januar wuchs die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 12,6 Prozent auf 3800. Bei den Zweifamilienhäusern fiel das Plus mit 26,1 Prozent auf 1200 noch stärker aus. Bei Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Bauaufsichtsbehörden 10.500 Neubauwohnungen. Das war ein Anstieg um 7,1 Prozent.

Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich im Februar erneut aufgehellt. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg um 3,2 Punkte auf minus 17,6 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut per Umfrage ermittelte. "Die Stimmung verbesserte sich zwar, aber die Branche ist noch nicht über den Berg", ordnete der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe, die Entwicklung ein. "In den Auftragsbüchern zeigt sich die Belebung bislang kaum."

Der Anteil der Unternehmen im Wohnungsbau, die über zu wenig Aufträge klagen, sank im Februar zwar etwas ? aber nur von 49,8 auf 48,0 Prozent. Fast jedes zweite Unternehmen leidet demnach unter mangelnder Nachfrage. Gleichzeitig stieg der Anteil der Firmen, die von abgesagten Bauprojekten berichten, von 11,1 auf 11,3 Prozent. "Die Auftragslage ist noch bei vielen Unternehmen unbefriedigend, auch wenn sich erste kleine Verbesserungen zeigen", sagte Ifo-Forscher Wohlrabe.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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