| * Orcel will Gespräche von Angesicht zu Angesicht | |
| * | Orcel: Rote Linien erörtern - und Probleme lösen |
| * | Unicredit könnte dann Offerte verbessern |
| (Neu: Weitere Aussagen Orcel, Aktienkurs, BNP Paribas) | |
| Mailand, 18. Mrz (Reuters) - Die italienische Großbank | |
| Unicredit will die Commerzbank <CBKG.DE> mit der | |
| Aussicht auf eine bessere Übernahmeofferte an den | |
| Verhandlungstisch locken. Sollten Gespräche zu einem positiven | |
| Ergebnis führen, sei eine Verbesserung der Konditionen nicht | |
| ausgeschlossen, sagte Orcel am Mittwoch auf einer | |
| Banken-Konferenz in London. "Wir wollen die Pattsituation mit | |
| der Commerzbank durchbrechen", betonte er. UniCredit will den | |
| Aktionären des Frankfurter Geldhauses rund 0,485 eigene Aktien | |
| bieten. Auf der Basis der Schlusskurse am Dienstag wären das | |
| 31,11 Euro je Commerzbank-Aktie. Die schoss am Mittwoch aber | |
| weiter nach oben und legte in der Spitze 6,7 Prozent auf 34,58 | |
| Euro zu. Die Unicredit-Aktie kletterte um 2,5 Prozent auf 65,73 | |
| Euro. | |
Orcel forderte einen konstruktiven Dialog von Angesicht zu Angesicht. Dabei könnten alle Parteien auch rote Linien formulieren. Man könne gemeinsam versuchen, Probleme zu lösen. "Bislang haben wir das nicht getan", sagte der Unicredit-Chef. "Die Offerte schafft nun die Möglichkeit dazu." Im Falle eines konstruktiven Dialogs mit der Commerzbank könnten die Bedingungen des Angebots verändert werden. "Wir haben dann ein positives Ergebnis, eine gemeinsame Vision, (..) und eine gemeinsame Strategie", sagte Orcel. "Auf dieser Grundlage könnten wir die Bedingungen des Angebots, das dann etwas völlig anderes wäre, überprüfen? Natürlich können wir das." Er fügte jedoch hinzu: "Im Moment ist dies kein Szenario, das wir in Betracht ziehen." Bis Juni könnte es Klarheit über die Offerte geben.
Die Unicredit, die knapp 30 Prozent an dem Frankfurter Institut hält, hatte am Montag ein Übernahmeangebot für die Commerzbank in eigenen Aktien angekündigt, um die 30-Prozent-Hürde zu überspringen und die Commerzbank-Führung und die Bundesregierung zu Gesprächen zu bringen. Die Commerzbank hatte das in der Vergangenheit mit dem Argument abgelehnt, es liege kein konkretes Übernahmeangebot vor. Das Kreditinstitut betrachtet den Vorstoß der Unicredit als unfreundlich und will eigenständig bleiben. Die Bundesregierung unterstützt die Bank auf diesem Kurs.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp war bei ihrem Auftritt auf derselben Konferenz am Montag bei ihrer Haltung geblieben: Die Commerzbank sei bereit, einen konkreten Vorschlag zu prüfen und zu diskutieren, sobald dieser vorliege. "Dafür bräuchten wir aber etwas in der Hand." Das Geldhaus erwarte von einem Interessenten, der einen solchen Schritt mache, dass er einen detaillierten Plan vorlegen könne. Dieser müsse Angaben zu Synergien, Restrukturierungskosten, dem Zeitplan und dem gebotenen Preis für die Aktionäre enthalten. Zudem müssten Fragen der Unternehmensführung und der künftigen Struktur geklärt werden.
Die französische Großbank BNP Paribas <BNPP.PA> fährt jedenfalls eine andere Strategie als der italienische Rivale und schließt für sich große Übernahmen aus. "Unser Weg ist das dezidiert nicht. Wir wollen keine große grenzüberschreitende Akquisition", sagte BNP-Deutschland-Chef Lutz Diederichs vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Gespräche zwischen BNP Paribas und der Commerzbank habe es - anders als von Medien berichtet - nach seiner Kenntnis nie gegeben, betonte Diederichs.
(Bericht von Valentina Za und Matthias Inverardi, Mitarbeit Alexander Hübner, redigiert von Myria Mildenberger und Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)