Frankfurt, 18. Mrz (Reuters) - Eine Erholung der schleppenden Nachfrage bei HelloFresh <HFGG.DE> ist vorerst nicht in Sicht. Der Essenslieferant sagte am Mittwoch für 2026 einen erneuten Umsatz- und Gewinnrückgang voraus. "Die Zahlen bieten wenig Anlass zur Hoffnung", kommentierte Analyst Giles Thorne von der Investmentbank Jefferies. Anleger warfen HelloFresh-Aktien aus ihren Depots. Sie fielen zeitweise um knapp 13 Prozent auf ein Rekordtief von 3,98 Euro.
Die Erlöse würden im laufenden Jahr voraussichtlich um drei bis sechs Prozent schrumpfen, teilte HelloFresh mit. Beim bereinigten operativen Gewinn peilt das Unternehmen einen Wert zwischen 375 und 425 Millionen Euro an. Ein Belastungsfaktor seien die Winterstürme in den USA und Europa zu Jahresbeginn, erläuterte Finanzchef Fabien Simon. Er bezifferte die Einbußen auf etwa 20 Millionen Euro beim Umsatz und 25 Millionen Euro beim Betriebsgewinn.
HelloFresh leidet zudem unter den Nachwehen der Produktionsprobleme bei der Fertiggerichtesparte in den USA, die die Kunden verprellt hatte. Auf dieses vergleichsweise margenstarke Geschäft setzt der Essenslieferant seine Hoffnungen. Der Verkauf von Kochboxen, die sämtliche Zutaten für ein bestimmtes Gericht zum Selberkochen enthalten, schwächelt dagegen schon länger. Gleichzeitig konzentriert sich das Unternehmen auf "hochwertige Kunden" mit einer hohen Bestellfrequenz und nimmt dafür sinkende Umsätze in Kauf. Diese Transformation sei eine gute Basis für die längerfristigen Aussichten, betonte Simon. "Es erscheint nicht unrealistisch, dass wir in den kommenden 18 bis 20 Monaten auf den Wachstumspfad zurückkehren."
Im vergangenen Jahr schrumpften die Konzernerlöse weiteren Angaben zufolge um neun Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Der operative Gewinn stieg dagegen dank eines Sparkurses um 14 Prozent auf knapp 423 Millionen Euro. Damit habe HelloFresh die zuvor gesunkenen Markterwartungen verfehlt, schrieb DZ Bank-Analyst Thomas Maul.
(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)