| (neu: Bilanzpressekonferenz, Kurs) |
| München, 18. Mrz (Reuters) - Der Versicherungskonzern |
| Talanx <TLXGn.DE> schraubt seine Dividende deutlich nach oben. |
| Die Ausschüttung für 2025 soll nach den Vorstellungen von |
| Vorstand und Aufsichtsrat um ein Drittel auf 3,60 (2024: 2,70) |
| Euro je Aktie angehoben werden. "Damit steigt unsere Dividende |
| erneut stärker als das Konzernergebnis ? und wir halten, was wir |
| versprochen haben: eine stetig steigende Dividende", erklärte |
| Vorstandschef Torsten Leue, dessen Vertrag kürzlich bis 2030 |
| verlängert wurde, am Mittwoch in Hannover. Analysten hatten im |
| Schnitt nur 3,35 Euro Dividende erwartet. |
Für das laufende Jahr stellte Leue eine Erhöhung auf mehr als vier Euro in Aussicht - den Wert, den er eigentlich erst für das Folgejahr angepeilt hatte. Der Vorstandschef bekräftigte das Ziel, den Gewinn im laufenden Jahr auf 2,7 Milliarden Euro zu erhöhen - auch das ein Jahr früher als ursprünglich vorgesehen. Das trieb den Aktienkurs um 2,5 Prozent auf 113,20 Euro nach oben.
Bereits im vergangenen Jahr war Talanx mit einem Rekordgewinn von 2,48 (1,98) Milliarden Euro nahe an die 2027er-Zielmarke von 2,5 Milliarden Euro herangerückt, wie der Versicherer bereits im Februar mitgeteilt hatte. Dem Mutterkonzern des Rückversicherers Hannover Rück <HNRGn.DE> kamen dabei die relativ geringen Großschäden zugute - trotz der verheerenden Waldbrände in Los Angeles zu Jahresbeginn, für die Talanx mit 612 Millionen Euro geradestehen musste. "2025 war ein außergewöhnliches Jahr ? wir haben im ersten Quartal den größten Naturkatastrophen-Schaden unserer Konzerngeschichte und anschließend drei Quartale mit ungewöhnlich wenigen Naturkatastrophen erlebt", resümierte Leue.
Die tatsächlichen Großschäden fielen rund 600 Millionen Euro geringer aus als das dafür reservierte Budget von 2,8 Milliarden Euro. Trotzdem schraubt Talanx das Budget für 2026 auf 3,1 Milliarden Euro nach oben: "Wir bleiben vorsichtig. Der Klimawandel ist da", sagte Finanzvorstand Jan Wicke. Im vergangenen Jahr habe Talanx auch Glück gehabt. Wenn der Hurrikan "Melissa" im Oktober nicht über Jamaika, sondern etwas nördlicher über Miami gewütet hätte, wären die Schäden in die Milliarden gegangen.
Talanx nutzte den Schaden-Puffer, um bei den Kapitalanlagen 857 Millionen Euro Verluste aus niedrig verzinsten Papieren zu realisieren und durch Neuanlagen die Renditechancen für die nächsten Jahre zu erhöhen. So lag die Kapitalanlagerendite nur bei 2,7 Prozent - ohne die Realisierungen hätte sie 3,4 Prozent betragen. Die Wiederanlagerendite liege bei vier Prozent, sagte Wicke.
Gewinntreiber bleibt das Privatkundengeschäft im Ausland - von Polen bis Lateinamerika. Das Geschäft mit Privatkunden in Deutschland ist mit einem Anteil am Gewinn von sieben Prozent die kleinste Sparte - die durch das Ende der Kooperation mit der Targobank bei Restschuld-Versicherungen noch geschrumpft ist. Vorstandschef Leue will aber daran festhalten und die Sparte mit Übernahmen stärken. "Wir sind da eher auf der Käufer- als auf der Verkäuferseite. Aber aktuell steht nichts an."
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)