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18.03.2026 /13:19:28
FOKUS 1-Europas Börsen auf Erholungskurs - Ölpreise geben nach

* Dax robbt sich an 24.000-Punkte-Marke heran
 
*Brent-Rohöl weiter über 100 Dollar
 
*Orcel treibt Commerzbank-Aktien
 
(Neu: Europäische Börsen)
Frankfurt, 18. Mrz (Reuters) - Die Anleger an den
europäischen Aktienmärkten erobern sich Schritt für Schritt
verlorengegangenes Terrain zurück. Der Dax <.GDAXI> zog am
Mittwoch in der Spitze ein Prozent auf 23.957 Punkte an; der
EuroStoxx50 <.STOXX50E> legte bis zu 1,1 Prozent auf 5832 Zähler
zu. "Die Investoren gehen davon aus, dass der Druck auf den Iran
auch zu einer Entspannung in der Straße von Hormus führen wird",
sagte CMC Markets-Analyst Andreas Lipkow.

Für Erleichterung sorgte ein Rückgang bei den Ölpreisen. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um bis zu drei Prozent auf 100,34 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI <CLc1> fiel zeitweise mehr als vier Prozent auf 91,96 Dollar. "Entlastend wirkte ein Abkommen des Irak mit der Türkei zur Wiederaufnahme von Ölexporten über eine Pipeline, die die strategisch hoch bedeutsame Straße von Hormus umgeht", schrieben die Analysten von LBBW Research. "Jedes zusätzliche Handelsvolumen, das in der aktuellen Situation wieder in den Markt fließt, ist wertvoll, daher sanken die Preise entsprechend", sagte Anh Pham, LSEG-Analyst. Zudem schürten Angriffe des US-Militärs auf iranische Küstenstellungen in der Nähe der Straße von Hormus sowie der Tod des iranischen Sicherheitschefs Ali Laridschani Spekulationen, dass der Konflikt früher beendet werden könnte, sagte Mingyu Gao, Experte für Energie und Chemie bei China Futures.

WARTEN AUF ZINSAUSBLICK DER FED

Mit Spannung warteten Anleger auf den Zinsentscheid der US-Notenbank am Abend. Trotz der mit dem Iran-Krieg und den gestiegenen Energiekosten verbundenen Inflationsrisiken gehen von Reuters befragte Ökonomen davon aus, dass die Fed den Leitzins weiter in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent halten wird. Im Blick haben Investoren vor allem den aktualisierten Zinsausblick. Die Wirtschafts- und Zinsprojektionen sowie das geldpolitische Statement und die Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell werden von Anlegern genau analysiert werden, sagte ActivTrades-Analyst Ricardo Evangelista.

Vor dem Fed-Entscheid gab der Dollar leicht nach. Der Dollar-Index <=USD>, der den Greenback im Verhältnis zu sechs wichtigen Währungen misst, fiel um 0,1 Prozent auf 99,4650 Punkte. In der Vorwoche hatte der Dollar noch ein Zehn-Monats-Hoch erreicht, da Anleger angesichts des Nahost-Konflikts und steigender Ölpreise in die als sicher geltende US-Währung geflüchtet waren.

ORCEL TREIBT COMMERZBANK AN

Äußerungen des übernahmehungrigen Unicredit-Chefs Andrea Orcel trieben unterdessen die Commerzbank <CBKG.DE> an die Dax-Spitze. Die Titel des ins Visier der Italiener geratenen Frankfurter Geldhauses legten in der Spitze um 6,7 Prozent auf 34,58 Euro zu und erreichten damit wieder ihr Niveau vor Ausbruch des Iran-Kriegs. Investoren spekulierten auf ein höheres Angebot. "Die Marktteilnehmer setzen darauf, dass das Angebot lediglich ein Abtasten des Zustimmungssentiments darstellt und es im Anschluss zu einer wesentlich aggressiveren Vorgehensweise der Unicredit kommen könnte", sagte Andreas Lipkow von CMC Markets. "Insgesamt macht Orcel den Eindruck, als wolle er die Fusion auf jeden Fall", kommentierte ein Händler. Orcel stellte auf einer Banken-Konferenz in London eine Verbesserung der Konditionen in Aussicht, sollten Gespräche zu einem positiven Ergebnis führen.

Rund vier Prozent nach oben ging es auch für Aumovio <AMVOn.DE>. Der Autozulieferer hat trotz eines geringeren Umsatzes das Betriebsergebnis im vergangenen Jahr sprunghaft gesteigert - unter dem Strich aber Verlust gemacht. Die einstige Kernsparte von Continental kämpft seit Jahren mit schwacher Ertragslage und ist deshalb schon länger auf Schrumpfkurs.

Trübe Aussichten schlugen unterdessen Anlegern bei HelloFresh <HFG.DE> auf den Magen. Die Anteilsscheine des Kochboxversenders brachen in der Spitze mehr als 15 Prozent auf 3,84 Euro ein und fielen damit auf ein Rekordtief. Nach einem deutlichen Rückgang der Erlöse im abgelaufenen Jahr rechnet das Berliner Unternehmen auch 2026 mit weiter schrumpfenden Geschäften. "Es ist schwer, positive Aspekte zu finden, obwohl sich die Aktie bereits in der Flaute befindet", sagte ein Händler.

(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)



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