London, 18. Mrz (Reuters) - Ein außergewöhnlicher Ausbruch von Meningitis in Südostengland breitet sich aus. Die Zahl der Fälle in der Grafschaft Kent sei um fünf auf insgesamt 20 gestiegen, teilten die britischen Gesundheitsbehörden am Mittwoch mit. Zwei junge Menschen seien der in Deutschland auch als Hirnhautentzündung bekannten Infektionskrankheit bereits erlegen. Gesundheitsminister Wes Streeting bezeichnete die Ausbreitung als "beispiellos".
Bei allen Betroffenen handelt es sich der Behörde für Gesundheitssicherheit (UKHSA) zufolge um junge Erwachsene. Unter den Todesopfern sind ein 21-jähriger Student der University of Kent und ein Schüler aus der Stadt Faversham. Ein Großteil der Infektionen lässt sich den Angaben nach auf den Besuch eines Nachtclubs in Canterbury Anfang März zurückführen.
Als Reaktion auf die Infektionswelle haben die Behörden in der Region bereits rund 2500 Dosen Antibiotika verabreicht. Zudem starte nun in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Gesundheitsdienst NHS ein gezieltes Impfprogramm gegen Meningokokken der Serogruppe B, teilte die UKHSA weiter mit. Dieses Angebot richte sich zunächst an 5000 Studenten, die auf dem Campus in Canterbury wohnen. Junge Menschen gelten als besonders gefährdet, da sie an Universitäten oft engen Kontakt zu anderen haben, die die Bakterien unwissentlich in sich tragen könnten.
(Bericht von Paul Sandle, geschrieben von Philipp Krach. Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)