| (Weitgehend neu) | |
| * | Libanesische Behörde spricht von 41 Verletzten |
| * | Israel veröffentlichte Warnung in Sozialen Medien |
| * | Eskalation auch im Süden Libanons |
| Beirut, 18. Mrz (Reuters) - Israel hat seine | |
| Luftangriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut ausgeweitet. | |
| Dabei wurden am Mittwoch nach libanesischen Angaben mindestens | |
| zwölf Menschen getötet und ein zehnstöckiges Gebäude nahe dem | |
| Stadtzentrum zerstört. Innerhalb von acht Stunden seien vier | |
| Gebäude im Zentrum der Stadt getroffen worden, hieß es weiter. | |
| Die Angriffe erschütterten die Hauptstadt bis in den Morgen | |
| hinein. Betroffen waren Viertel in fußläufiger Entfernung zum | |
| Regierungssitz und dem nach dem Bürgerkrieg wiederaufgebauten | |
| Stadtzentrum. Die Angriffe richten sich gegen die | |
| radikal-islamische und mit dem Iran verbündete Hisbollah, die | |
| wieder Raketen auf Israel abfeuerte. | |
Das libanesische Gesundheitsministerium bezifferte die Zahl der Verletzten auf 41. Unter den Todesopfern befinden sich dem Hisbollah-Sender Al-Manar zufolge auch der Moderator Mohammad Sherri und dessen Frau. Die israelische Armee teilte mit, sie habe Einrichtungen des Hisbollah-Finanzinstituts Al-Kard Al-Hassan sowie Kämpfer der Miliz ins Visier genommen. Für den Angriff im Bezirk Bachura, bei dem das Hochhaus zerstört wurde, hatte das Militär zuvor eine Warnung in sozialen Medien veröffentlicht. Für drei weitere Einschläge in den Vierteln Sukak al-Blat und Basta gab es dagegen keine Vorwarnung.
Auch im Süden des Libanon zeichnet sich eine weitere Eskalation ab. Die israelische Armee kündigte an, Brücken über den Litani-Fluss anzugreifen, um den Nachschub der Hisbollah an Kämpfern und Waffen zu unterbinden. Zudem erneuerte Israel seine Aufforderung an die Bewohner, den Süden zu verlassen. Der Verschärfung der Kämpfe war am späten Dienstagabend ein massiver Raketenbeschuss durch die Hisbollah vorausgegangen. Sicherheitskreisen zufolge wurden etwa 100 Geschosse auf Israel abgefeuert. Das israelische Militär erklärte, die eigenen Präventivschläge hätten den Angriff abgeschwächt.
Unterdessen wies Frankreich die israelische Forderung an die libanesische Regierung zur Entwaffnung der Hisbollah-Miliz als unrealistisch zurück. Der französische Libanon-Gesandte Jean-Yves Le Drian sagte dem Sender France Info, Israel selbst habe es während seiner langen Besatzung nicht geschafft, die Miliz zu besiegen. Daher könne man dies nun nicht von der libanesischen Regierung innerhalb von drei Tagen verlangen, zudem noch während laufender Kämpfe zwischen israelischen Truppen und Hisbollah-Milizionären.
Der Konflikt geht in die dritte Woche. Die Hisbollah hat als Vergeltung der US-israelischen Angriffe auf den Iran ihrerseits mit dem Beschuss Israels begonnen. Seither wurden im Libanon mehr als 900 Menschen getötet und über eine Million vertrieben. Auf israelischer Seite kamen nach Armeeangaben bei den Kämpfen im Südlibanon zwei Soldaten ums Leben. Durch Raketenbeschuss auf Israel gab es bislang keine Todesopfer.
(Bericht von Laila Bassam, Mohamed Azakir, Tom Perry und Khalil Ashawi Bearbeitet von Alexander Ratz Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)