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18.03.2026 /18:25:51
FOKUS 2-Inflationssorgen bremsen Dax-Erholung aus

* Dax bricht Erholungsversuch ab
 
*Ölpreise steigen nach Angriff auf iranisches Gasfeld
 
*Orcel-Aussagen treiben Commerzbank-Aktien
 
(Neu: Schlusskurse)
Frankfurt, 18. Mrz (Reuters) - Steigende Ölpreise haben
die Inflationssorgen der Aktienanleger genährt und die Erholung
an den Börsen abgewürgt. Der Dax <.GDAXI> konnte anfängliche
Kursgewinne nicht halten und schloss ein Prozent im Minus bei
23.502 Punkten. Gegen den Trend verteuerten sich die Aktien der
Commerzbank <CBKG.DE>: Anleger spekulierten nach Äußerungen von
Unicredit-Chef Andrea Orcel auf ein höheres Angebot.

Der EuroStoxx50 <.STOXX50E> tauchte um 0,6 Prozent ab. Die US-Börsen notierten vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Abend schwächer. Ökonomen gehen davon aus, dass die Fed den Leitzins weiter in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent halten wird. Im Blick haben Investoren vor allem den aktualisierten Zinsausblick. Die Wirtschafts- und Zinsprojektionen sowie das geldpolitische Statement und die Pressekonferenz mit Fed-Chef Jerome Powell werden von Anlegern genau analysiert werden, sagte ActivTrades-Analyst Ricardo Evangelista. Aktienanleger sehen wegen der Inflationsrisiken immer geringere Chancen für sinkende Zinsen in diesem Jahr. Die Inflationssorgen schürten die im Februar stärker als erwartet gestiegenen Erzeugerpreise.



ÖLPREISE STEIGEN NACH ANGRIFF AUF IRANISCHES GASFELD

Börsianer fürchten auch, dass die Preise weiter steigen, da der Nahostkonflikt die Schiffs- und Ölpreise in die Höhe treibt. Auslöser für den Anstieg am Mittwoch war der Angriff auf ein iranisches Erdgasfeld. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 5,4 Prozent auf 108,82 Dollar je Fass, während die US-Sorte WTI <CLc1> um 4,6 Prozent auf 98,36 Dollar stieg. Am Vormittag hatten die Preise noch im Minus gelegen. "Ich denke, der Katalysator für den Umschwung sind wirklich diese Schlagzeilen über die Angriffe auf Gas- und Ölfelder im Iran", sagte Mike Brown, leitender Stratege bei Pepperstone. "Der Grund, warum die Märkte so negativ darauf reagiert haben, liegt darin, dass die Energieinfrastruktur bisher weitgehend verschont geblieben ist." Es wäre eine "ziemlich bedeutende Eskalation", wenn diese nun auf der Zielliste stünde, ergänzte er.

Einem Insider zufolge waren deswegen die Gaslieferungen in den Irak unterbrochen. Die Islamische Republik kündigte an, drei konkrete Industrieanlagen der Energiebranche in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Visier zu nehmen. Der Dollar-Index <=USD>, der den Greenback im Verhältnis zu sechs wichtigen Währungen misst, stieg um 0,3 Prozent, da Anleger in sicherere Häfen flüchteten.

ORCEL TREIBT COMMERZBANK AN

Äußerungen des übernahmewilligen Unicredit-Chefs Andrea Orcel trieben unterdessen die Commerzbank <CBKG.DE> um 1,5 Prozent nach oben. "Die Marktteilnehmer setzen darauf, dass das Angebot lediglich ein Abtasten des Zustimmungssentiments darstellt und es im Anschluss zu einer wesentlich aggressiveren Vorgehensweise der Unicredit kommen könnte", sagte Andreas Lipkow von CMC Markets. "Insgesamt macht Orcel den Eindruck, als wolle er die Fusion auf jeden Fall", kommentierte ein Händler. Orcel stellte auf einer Banken-Konferenz in London eine Verbesserung der Konditionen in Aussicht, sollten Gespräche zu einem positiven Ergebnis führen.

Rund 3,5 Prozent nach oben ging es auch für Aumovio <AMVOn.DE>. Der Autozulieferer hat trotz eines geringeren Umsatzes das Betriebsergebnis im vergangenen Jahr sprunghaft gesteigert - unter dem Strich aber Verlust gemacht. Die einstige Kernsparte von Continental kämpft seit Jahren mit schwacher Ertragslage und ist deshalb schon länger auf Schrumpfkurs.

Trübe Aussichten schlugen unterdessen Anlegern bei HelloFresh <HFG.DE> auf den Magen. Die Anteilsscheine des Kochboxversenders brachen um 14,9 Prozent ein. Nach einem deutlichen Rückgang der Erlöse im abgelaufenen Jahr rechnet das Berliner Unternehmen auch 2026 mit weiter schrumpfenden Geschäften. "Es ist schwer, positive Aspekte zu finden, obwohl sich die Aktie bereits in der Flaute befindet", sagte ein Händler.

(Bericht von Anika Ross, Stefanie Geiger. Redigiert von Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)



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