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18.03.2026 /20:17:31
SPOTANALYSE-Volkswirte zur erneuten Zinspause der US-Notenbank

Washington, 18. Mrz (Reuters) - Angesichts neuer Inflationssorgen infolge des Ölpreisschocks hält die US-Notenbank die Zinsen stabil. Der geldpolitische Schlüsselsatz bleibt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent, wie die Federal Reserve am Mittwoch bekanntgab. Es ist die zweite Pause in Folge, nachdem die Fed die Zinsen im vorigen Jahr dreimal gesenkt hatte. Experten hatten mit der erneuten Pause gerechnet. Sie sagten in ersten Kommentaren:

THOMAS GITZEL, VP BANK

"Die Fed klang heute sehr falkenhaft. Eine baldige Zinssenkung zeichnet sich jedenfalls nicht ab. Die Inflationsrisiken standen im Vordergrund. Fed-Chef Jerome Powell wird seine im Mai endende Amtszeit als Vorsitzender der Fed ohne eine weitere Zinssenkung beenden, so viel wurde heute klar. (...) Derzeit sitzen alle Zentralbanker im gleichen Boot: Die Lage ist zu undurchsichtig, um eine klare Entscheidung treffen zu können. Eines dürfte unterdessen aber feststehen: An einer Wiederholung der Hochinflationsphase des Jahres 2022 hat keine Zentralbank ein Interesse. Die Notenbanken werden dieses Mal im Zweifelsfalle rascher die Leitzinsen anheben."

ELMAR VÖLKER, LBBW RESEARCH

"Die Ungewissheit über die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die ohnehin noch erhöhte Inflation erschwert der Notenbank ihren Job. Bleibt es bei einem zeitlich eng begrenzten Energiepreisschock, dann dürfte sie durch diesen hindurchschauen. Zumal die schleppende Nachfrage nach Arbeitskräften die Gefahr einer Preis-Lohn-Spirale derzeit kleinhält. Bleiben die Ölpreise hingegen über den laufenden Monat hinaus für längere Zeit auf sehr hohem Niveau, dann wächst die Gefahr von Zweitrundeneffekten und die Tür für eine weitere Leitzinssenkung im laufenden Jahr dürfte sich schließen. Der Weg zu einem kompletten geldpolitischen Schwenk, sprich zu baldigen Leitzinsanhebungen, erscheint angesichts der eingetrübten Arbeitsmarktlage derweil aus heutiger Sicht ziemlich weit."

MICHAEL HEISE, HQ TRUST:

"Die Eskalation der Lage in Nahost macht es sehr unwahrscheinlich, dass die FED in 2026 die Leitzinsen senken wird. Auch wenn die Öl- und Gaspreise angesichts der Ungewissheiten über den Verlauf und die Dauer des Konflikts schwer zu prognostizieren sind, muss bereits jetzt für das Jahr mit einer höheren Inflationsrate gerechnet werden. Eine Zinserhöhung der Fed wäre allerdings auch verfrüht. Denn der Anstieg der Öl- und Gaspreise ist ein erheblicher Belastungsfaktor für das zuletzt ohnehin recht langsame Wachstum und den schwachen Arbeitsmarkt in den USA. Der US-Notenbank bleibt kaum etwas, als die weitere Entwicklung zu beobachten. Und die Übertragungseffekte des Energiepreisschubs auf die breitere Inflation."









(Bericht von Reuters Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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