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18.03.2026 /20:31:40
Syrien will mit deutscher Hilfe restliche Chemiewaffen vernichten

New York, 18. Mrz (Reuters) - Syrien hat einen von den USA unterstützten Plan zur Vernichtung seiner verbliebenen Chemiewaffen auf den Weg gebracht. Eine internationale Arbeitsgruppe solle alle Restbestände aufspüren und unter Aufsicht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zerstören, sagte Syriens UN-Botschafter Ibrahim Olabi. Unterstützt werde das Vorhaben unter anderem von Deutschland, Großbritannien, Kanada und Frankreich.

Die neue syrische Regierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa hatte nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad Ende 2024 zugesagt, den OPCW-Inspektoren uneingeschränkten Zugang zu gewähren. Syrien wandele sich damit von einem Land, das den Einsatz von Chemiewaffen verheimlicht habe, zu einem Staat, der bei deren Beseitigung vorangehe, sagte Olabi. Assad hatte zwar ein Abkommen zur Ächtung von Chemiewaffen unterzeichnet und 1300 Tonnen Kampfstoffe gemeldet. Untersuchungen ergaben jedoch, dass seine Soldaten im Bürgerkrieg weiterhin Sarin, Chlorgas und Senfgas einsetzten. Dadurch wurden Tausende Menschen getötet oder verletzt. "Wir wissen nicht, was noch übrig ist. Es war ein geheimes Programm", sagte Olabi.

Experten der OPCW gehen davon aus, dass bis zu 100 Standorte in Syrien inspiziert werden müssen, um verbliebene chemische Kampfmittel zu finden. Einem Insider zufolge könnte es sich dabei um Militärbasen, Labore oder Büros handeln. Die Zerstörung der Bestände werde viel Geld kosten und könne Jahre dauern. Zudem gefährde der sich ausweitende Krieg der USA und Israels gegen den Iran den Zeitplan. Das Vorhaben sei aber notwendig, um einen künftigen Einsatz von Massenvernichtungswaffen in der Krisenregion zu verhindern.

(Bericht von Anthony Deutsch, geschrieben von Ralf Bode Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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