| (Neu durchgeschrieben) | ||
| * | Erster Angriff auf Irans Energie-Anlagen | |
| * | Iran nimmt Anlagen in Katar und Saudi-Arabien ins | |
| Visier | ||
| * | Sorge vor länger anhaltenden Problemen bei | |
| Energieversorgung | ||
| * | Ölpreis steigt auf über 109 Dollar | |
| Dubai/Jerusalem/Beirut, 18. Mrz (Reuters) - Der Krieg im | ||
| Nahen Osten hat sich am Mittwoch auf die Energie-Infrastruktur | ||
| der Region ausgeweitet. Nach einem Angriff auf das riesige | ||
| iranische Gasfeld Pars mutmaßlich durch Israel schoss der Iran | ||
| Raketen auf Katar und Saudi-Arabien. An den Märkten löste die | ||
| Entwicklung Sorgen vor länger anhaltenden Problemen bei der | ||
| globalen Energieversorgung aus. Der Preis für ein Barrel (159 | ||
| Liter) der Nordseesorte Brent stieg um rund sechs Prozent auf | ||
| über 109 Dollar. Bislang hatten die USA und Israel die | ||
| Energieproduktion des Iran nicht direkt angegriffen, um | ||
| Vergeltungsschläge gegen Nachbarstaaten zu vermeiden. | ||
Der staatliche Energiekonzern QatarEnergy berichtete am Abend von "erheblichen Schäden" durch den iranischen Beschuss in der Industriestadt Ras Laffan, einem Zentrum der Energieindustrie. Saudi-Arabien fing nach eigenen Angaben vier auf Riad abgefeuerte ballistische Raketen ab und vereitelte einen Drohnenangriff auf eine Gasanlage im Osten des Landes.
Zuvor war das iranische Gasfeld Pars getroffen worden. Israelischen Medienberichten zufolge führte Israel den Angriff mit Zustimmung der USA aus. Das angegriffene Feld ist der iranische Teil des weltweit größten Erdgasvorkommens, das sich die Islamische Republik mit Katar teilt. Wegen des Krieges hat Katar seine Produktion von verflüssigtem Erdgas (LNG) bereits vollständig eingestellt. Infolgedessen fehlen dem Weltmarkt derzeit 20 Prozent des Angebots. Analysten befürchten, dass Schäden an den Anlagen den Ausfall verlängern könnten.
Das "Wall Street Journal" berichtete am Mittwochabend unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, US-Präsident Donald Trump lehne weitere Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur vorerst ab. Trump habe vorab von dem israelischen Schlag gegen das Erdgasfeld South Pars gewusst und ihn als Reaktion auf die iranische Blockade der Straße von Hormus gebilligt. Trump ist Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte.
Der Iran hatte nach dem Angriff auf Pars mit weiteren Angriffen auf Öl- und Gasanlagen in der gesamten Golfregion gedroht. Teheran nannte spezifische Ziele in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Katar, darunter Raffinerien und petrochemische Komplexe, und forderte deren sofortige Evakuierung. Die für die weltweite Ölversorgung strategisch wichtige Straße von Hormus hat der Iran bereits blockiert.
Der Preisanstieg bei Energie erhöht auch den politischen Druck auf Trump. In den USA kletterte der Dieselpreis erstmals seit dem Inflationsschub von 2022 wieder über fünf Dollar pro Gallone (rund 3,8 Liter). US-Vizepräsident JD Vance kündigte an, die Regierung werde in den kommenden ein bis zwei Tagen Maßnahmen gegen steigende Benzinpreise vorstellen.
Parallel zu den Angriffen auf die Infrastruktur setzte Israel seine Offensive gegen die iranische Führung und deren Verbündete fort. Bei Luftangriffen im Zentrum der libanesischen Hauptstadt Beirut wurden Wohngebäude zerstört. Zudem tötete das israelische Militär den iranischen Geheimdienstminister Esmail Chatib, einen Tag nach der Tötung des Sicherheitschefs Ali Laridschani. Israels Verteidigungsminister Israel Katz sagte, niemand im Iran habe Immunität. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe die Armee autorisiert, jede Gelegenheit zur Tötung hochrangiger iranischer Funktionäre zu nutzen. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden im Iran seit Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran am 28. Februar mehr als 3000 Menschen getötet.
Die US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard berichtete am Mittwoch dem Kongress in Washington, die iranische Regierung sei zwar geschwächt, aber weiter handlungsfähig. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bekräftigte in einem Telefonat mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi, es müsse eine diplomatischen Lösung des Konflikts geben.
(Bericht von Parisa Hafezi und Rami Ayyub. Geschrieben von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)