Frankfurt/Berlin, 19. Mrz (Reuters) - Trotz Ölpreisschock und drohender Inflationsgefahr hält die EZB ihr zinspolitisches Pulver trocken. Der EZB-Rat um Präsidentin Christine Lagarde beließ den Einlagensatz am Donnerstag bei 2,0 Prozent. Über diesen Leitzins steuert die Europäische Zentralbank (EZB) maßgeblich ihre Geldpolitik. Es ist bereits die sechste Zinspause in Serie. Angesichts gesunkener Inflationsgefahr hatte die EZB den Schlüsselsatz von Mitte 2024 bis Mitte 2025 von vier auf zwei Prozent halbiert. Obwohl die Teuerungsrate zuletzt noch knapp unter der Zielmarke der EZB lag, sind die Notenbanker auf der Hut: "Der EZB-Rat ist bereit, alle seine Instrumente im Rahmen seines Mandats anzupassen, um sicherzustellen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert", teilten die Währungshüter mit. Dabei lege man sich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest.
Der Ende Februar ausgebrochene Irankrieg hat die Energiekosten in die Höhe getrieben und schürt die Angst vor einer neuen Inflationswelle. EZB-Chefin Lagarde machte bereits klar, dass man alles Nötige tun werde, um die Teuerung im Zaum zu halten. Auch Bundesbankchef Joachim Nagel betonte jüngst, dass die EZB keine neue Inflationswelle zulassen werde.
(Bericht von Reinhard Becker, redigiert von Christian Rüttger - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)