Hannover, 19. Mrz (Reuters) - Mit Rückenwind aus dem Immobilien- und Provisionsgeschäft hat die Norddeutsche Landesbank (NordLB) im vergangenen Jahr so viel Gewinn gemacht wie seit 2015 nicht mehr. Das Vorsteuerergebnis kletterte um 36 Prozent auf 475 (Vorjahr: 350) Millionen Euro, wie die NordLB am Donnerstag in Hannover mitteilte. Das Konzernergebnis lag bei 506 Millionen Euro und damit unter den 622 Millionen Euro vor Jahresfrist, als es einen positiven Effekt aus der Aktivierung latenter Steuern gegeben hatte. "Die erneute Verbesserung unserer Ergebnisse unterstreicht, dass die strategische Neuausrichtung der vergangenen Jahre greift", sagte Konzernchef Jörg Frischholz. Für 2026 peile man an, die NordLB profitabler zu machen, und strebe "eine moderate Verbesserung unseres Vorsteuerergebnisses an".
Der Zinsüberschuss fiel 2025 um rund sieben Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, während das Provisionsergebnis um 29 Prozent auf 312 Millionen Euro kletterte. Das Institut legte für drohende Kreditausfälle 159 Millionen Euro zurück, elf Prozent mehr als 2024. Im Immobiliengeschäft konnte die NordLB auch dank positiver Risikovorsorge deutlich zulegen und verbesserte das Verhältnis von Aufwand und Ertrag (Cost-Income-Ratio) konzernweit auf 55,2 (VJ: 60,8) Prozent. Zugleich erhöhte die Bank ihre Eigenkapitalrendite (RoE) vor Steuern auf 6,2 (VJ: 5,0) Prozent, blieb aber damit noch deutlich unter der für 2028 angepeilten Marke von rund zehn Prozent.
Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) musste nach Milliardenverlusten durch faule Schiffskredite Ende 2019 von ihren Eignern mit einer Kapitalspritze von 3,6 Milliarden Euro gerettet werden. Seitdem hat die Bank das Personal halbiert, ist kleiner geworden und soll eher risikoarm wachsen. Demnächst müssen sich die Träger der Bank - die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie Sparkassen in Niedersachsen und bundesweit - einigen, ob das Institut erstmals seit dem Geschäftsjahr 2014 wieder eine Dividende zahlen soll. Die beiden Länder wären dem nicht abgeneigt. Der niedersächsische Sparkassen-Präsident Cord Bockhop plädierte allerdings dafür, Gewinn vorerst noch in der Bank zu halten, "um sie für schlechtere Zeiten aufzupolstern".
(Bericht von Klaus Lauer, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)