Nachricht


20.03.2026 /09:40:44
KORRIGIERT-FOKUS 1-Vonovia will unter neuem Chef wachsen - und Schulden mindern

(stellt in Text vom 19. März im ersten Absatz richtig: Vonovia schrieb unter dem Strich einen Gewinn von rund 4,2 Milliarden Euro, nicht 4,8 Milliarden)

*Mucic will 2026 Gewinnwachstum
 
*Neuer Chef will Verschuldung senken
 
*Dazu sind auch Verkäufe geplant
 
Düsseldorf, 19. Mrz (Reuters) - Deutschlands größter
Immobilienkonzern Vonovia <VNAn.DE> sieht sich nach dem Ende der
Branchenkrise auf Wachstumskurs. Für das Jahr 2026 werde unter
dem neuen Chef Luka Mucic ein bereinigter operativer Gewinn
(Ebitda) von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro erwartet, teilte
Vonovia am Donnerstag mit. Insgesamt verbuchte Vonovia im
vergangenen Jahr Zuwächse: Der bereinigte operative Gewinn
(Ebitda) stieg wie von Analysten erwartet um sechs Prozent auf
rund 2,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Steuern
(Ebt) kletterte um 4,8 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro. Die
Mieten legten organisch um 4,1 Prozent zu. Unter dem Strich
schrieb Vonovia nach einer Aufwertung des Immobilien-Bestands
einen Gewinn von 4,2 Milliarden Euro, vor Jahresfrist stand
wegen der Branchenkrise noch ein Verlust von rund einer
Milliarde Euro in den Büchern. Die Aktionäre sollen eine
Dividende von 1,25 Euro je Aktie erhalten.

"Wir wollen das Wachstum beschleunigen, um zusätzlichen Wert zu schaffen", kündigte Mucic an: "Dies erfordert auch ambitioniertere Ziele für die Verschuldung." So soll der Verschuldungsgrad (LTV) von zuletzt 45,4 Prozent bis Ende 2028 auf rund 40 Prozent sinken. Dazu seien auch "verstärkte Verkaufsaktivitäten" geplant. "Dabei werden sämtliche Optionen geprüft, einschließlich nicht-strategischer Minderheitsbeteiligungen im In- und Ausland", hieß es weiter. Mucic bekräftigte zudem das Ziel, den bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) bis 2028 auf 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro zu steigern. Der ehemalige SAP- und Vodafone-Vorstand Mucic hatte im Januar den Chefposten bei Vonovia übernommen. Er ist Nachfolger von Rolf Buch, der nun beim Finanzinvestor KKR arbeitet.

Der Konzern hatte in der Vergangenheit wegen der Immobilienkrise den Wert seines Portfolios immer wieder herunterschreiben müssen und deshalb Milliardenverluste verzeichnet. Nach der Zinswende der EZB gewinnen Immobilien wieder an Wert und Vonovia schreibt Gewinne. Vonovia setzt zudem auf Dienstleistungen rund um das Wohnen, die den Gewinn zusätzlich treiben sollen. Mit Vereinfachungen beim Bau neuer Wohnungen will der Konzern zudem die Baukosten drücken. Vonovia setzt zudem mit Partnern auch auf die Serienproduktion von Wärmepumpen für Mehrfamilienhäuser. Mucic sieht zudem in der Nutzung von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz "erhebliches Potential" für Vonovia. Dadurch ließen sich Kostenvorteile erzielen.

(Bericht von Matthias Inverardi, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Hinsichtlich weiterer Informationen und einer gegebenenfalls erforderlichen Offenlegung potenzieller Interessenkonflikte nach § 85 WpHG der für die Erstellung der zugrunde liegenden Finanzinformationen oder Analysen verantwortlichen Unternehmen wird auf das Informationsangebot dieser Unternehmen (Internetseite und andere Informationskanäle) verwiesen.