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19.03.2026 /08:57:00
FOKUS 1-United Internet und 1&1 verfehlen Gewinnziele

* Gestiegene Kosten drücken Gewinn von 1&1
 
*Ionos lässt United Internet und 1&1 erneut hinter sich
 
*United Internet erwartet 2026 Gewinnplus - Weniger
Investitionen
 
(Neu: Details, 1&1, Ionos, Kursreaktionen)
Frankfurt, 19. Mrz (Reuters) - Die Kosten für den Aufbau
eines Mobilfunknetzes der Tochter 1&1 <1U1.DE> haben den
Gewinnanstieg von United Internet <UTDI.DE> weiter gebremst. Bei
1&1 kommt zudem die Erholung der Kundenzahlen nur schleppend
voran. Das Unternehmen leidet unter den Nachwehen eines
mehrtägigen Netzausfalls, der eine Kündigungswelle nach sich
gezogen hatte.

1&1 gab am Donnerstag für das Gesamtjahr 2025 zwar einen Anstieg der Mobilfunkverträge um 40.000 auf 12,48 Millionen bekannt. Dieses Niveau hatte das Unternehmen jedoch bereits Ende September 2025 erreicht. Der operative Gewinn schrumpfte im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 537,5 Millionen Euro. Damit verfehlte er das im vergangenen Sommer gesenkte Ziel von 545 Millionen Euro. Hier belasteten neben dem Netzaufbau die Kosten für die Partnerschaft mit Vodafone. 1&1 leitet in den Regionen, in denen das Unternehmen keine eigenen Sendemasten betreibt, den Daten- und Telefonverkehr seiner Kunden über das Netz des britischen Betreibers. Zuvor hatte 1&1 über viele Jahre eine derartige Roaming-Vereinbarung mit Telefonica Deutschland.

UNITED INTERNET MIT GEMISCHTEN ZAHLEN - IONOS IM AUFWIND

Bei United Internet wuchs der Umsatz zwar überraschend deutlich um 1,9 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Der operative Gewinn blieb mit einem Plus von 2,4 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro jedoch hinter dem selbst gesteckten Ziel von 1,35 Milliarden Euro zurück. Im laufenden Jahr würden die Erlöse voraussichtlich um 2,4 Prozent auf 6,25 Milliarden Euro steigen, hieß es weiter. Beim Betriebsgewinn rechnet das Unternehmen mit einem überproportionalen Plus von 13 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro, da sich das Investitionsvolumen um bis zu 18 Prozent auf 600 bis 650 Millionen Euro verringere.

Der Lichtblick im Konzernverbund war erneut die United- Internet-Tochter Ionos <IOSn.DE>. Der Cloud- und Webhosting-Anbieter steigerte die Erlöse um 5,5 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro und das Betriebsergebnis um 18,5 Prozent auf 485,2 Millionen Euro. Das Unternehmen profitiert von einem wachsenden Bedarf an Rechenleistung für Künstliche Intelligenz (KI). Zudem bietet es Mittelständlern ein Programmpaket für den Einsatz dieser Technologie an. "Die Kombination aus anwendbarer KI und unserer sicheren und souveränen europäischen Cloud-Infrastruktur ist der Wachstumsmotor für die kommenden Jahre", sagte Ionos-Chef Achim Weiß. Er rechne daher für 2026 mit einem Umsatzplus von etwa sieben Prozent und einem Anstieg des operativen Gewinns um neun Prozent auf rund 530 Millionen Euro.

Ionos-Aktien stiegen daraufhin im Frankfurter Frühhandel <IOSn.F> um knapp fünf Prozent. Die Papiere von United Internet <UTDI.F> und 1&1 <1U1.F> verloren dagegen jeweils mehr als ein Prozent.

(Bericht von Hakan Ersen. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)



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