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19.03.2026 /08:42:53
FOKUS 1-Bank von Japan hält Leitzins stabil - wohl auch EZB und britische Notenbank

* Leitzins in Japan bleibt bei 0,75 Prozent
 
*Auch US-Notenbank Fed hatte Geldpolitik nicht verändert
 
*Auch Bank of England und EZB entscheiden über Zinsen
 
(Mit Details, Zitaten, Hintergrund)
Tokio, 19. Mrz (Reuters) - Die japanische Notenbank hat
den Leitzins unverändert gelassen und vor den Auswirkungen der
wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Ölpreise auf die Inflation
gewarnt. Nach der zweitägigen geldpolitischen Sitzung beließ die
Bank of Japan (BOJ) am Donnerstag ihren kurzfristigen Leitzins
bei 0,75 Prozent. "Angesichts der zunehmenden Spannungen im
Nahen Osten waren die globalen Märkte volatil", erklärten die
Währungshüter. Steigende Ölpreise würden die
Verbraucherinflation voraussichtlich erhöhen. Die Entscheidung
war weithin so erwartet worden, nachdem die Zentralbank den Zins
erst im Dezember von 0,50 Prozent angehoben hatte. Das aktuelle
Niveau ist der höchste Stand seit rund 30 Jahren.

Die US-Notenbank Fed hatte am Mittwoch den Auftakt gemacht zu einer Reihe von Zinsentscheidungen großer Zentralbanken. Die Federal Reserve hielt inmitten von Marktturbulenzen infolge des Iran-Krieges inne und die Hoffnung auf eine Zinssenkung im Laufe des Jahres wach. Der geldpolitische Schlüsselsatz bleibt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Es ist die zweite Pause in Folge, nachdem die Fed die Zinsen im vorigen Jahr dreimal gesenkt hatte. In ihrem Zinsausblick hielten die Währungshüter nun zugleich an der bereits im Dezember signalisierten Option fest, im Laufe des Jahres die Zinsen um einen Viertelpunkt zu senken. Notenbankchef Jerome Powell betonte, dass dieser Ausblick in Zeiten des Ölpreisschocks mit Vorsicht zu genießen sei, da er mit außergewöhnlich großer Unsicherheit verbunden sei.

An den Finanzmärkten wird erwartet, dass auch die Schweizer SNB, die britische Notenbank (BoE) und die Europäische Zentralbank (EZB) im Laufe des Tages ihre Zinspolitik vorerst nicht ändern - und damit erst einmal die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Inflation und Konjunktur abwarten wollen.

"Vor dem Nahost-Konflikt war die Aktivität von Haushalten und Unternehmen solide", sagte Japans Notenbank-Gouverneur Kazuo Ueda nach der Sitzung. "Wir werden diese Punkte berücksichtigen, wenn wir bestimmen, inwieweit steigende Ölpreise die Wirtschaft durch eine Verschlechterung der Handelsbedingungen belasten könnten."

Zwei als sogenannte zinspolitische Falken geltende Ratsmitglieder der BOJ stimmten gegen die offizielle Prognose der Zentralbank, wann das Inflationsziel erreicht werden könnte. Sie argumentierten, dies könne schneller geschehen als erwartet.

Die BoJ hatte 2024 eine geldpolitische Wende vollzogen und nach Jahren des Kampfes gegen die Deflation die Zinsen mehrfach angehoben sowie ihre Anleihekäufe zurückgefahren.

(Bericht von Leika Kihara und Makiko Yamazaki, geschrieben von Olaf Brenner und Klaus Lauer, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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