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19.03.2026 /09:56:41
FOKUS 1-Schweizer Notenbank belässt Leitzins bei null Prozent

(Neu: Weitere Einzelheiten)
 
*SNB: Erhöht Bereitschaft zu Deviseninterventionen
 
*SNB hebt Inflationsprognose an
 
Zürich, 19. Mrz (Reuters) - Die Schweizerische
Nationalbank (SNB) belässt den Leitzins trotz der jüngsten
Aufwertung des Frankens auf dem niedrigsten Niveau aller
größeren Währungsräume. Der SNB-Leitzins bleibe unverändert bei
null Prozent, teilte die Notenbank am Donnerstag mit. Vor der
vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung der SNB hatten
von Reuters befragte Ökonomen fast einhellig prognostiziert,
dass die Notenbanker am Nullzins festhalten werden. "Angesichts
des Konflikts im Nahen Osten ist die Bereitschaft der
Nationalbank, am Devisenmarkt zu intervenieren, erhöht", hieß es
in der Mitteilung. Damit wirke die Nationalbank einer raschen
und übermäßigen Aufwertung des Frankens entgegen.

Der Franken notiert in der Nähe eines Elf-Jahres-Hochs zum Euro <EURCHF=>. Die als sicherer Hafen geltende Währung war angesichts der US-israelischen Angriffe auf den Iran zuletzt stark gefragt. Ein zu starker Franken verbilligt zwar Importe und dämpft so die Inflation, belastet aber die exportorientierte Schweizer Wirtschaft. Die Hauptinstrumente der SNB, um gegen eine Franken-Aufwertung vorzugehen, sind Deviseninterventionen und der Leitzins. SNB-Präsident Martin Schlegel hatte allerdings in der Vergangenheit wiederholt betont, dass die Hürde für eine Zinssenkung unter null wegen unerwünschter Nebenwirkungen hoch sei. In einer seltenen verbalen Intervention warnte die Notenbank bereits Anfang des Monats, angesichts der internationalen Entwicklung sei ihre Bereitschaft, am Devisenmarkt einzugreifen, erhöht.

Mit den aufgrund der Eskalation im Nahen Osten gestiegenen Energiepreisen dürfte die Inflation in den nächsten Quartalen stärker zunehmen, so die Notenbank in ihrer Mitteilung. Für das Jahr 2026 erwarten die Währungshüter nun eine Teuerungsrate von 0,5 Prozent, nach zuvor 0,3 Prozent. In der mittleren Frist nahm die SNB die Inflationsprognose wegen des stärkeren Frankens leicht zurück.

Die niedrige Teuerung gibt der Notenbank Spielraum, die Zinsen niedrig zu halten, um den Preisdruck durch steigende Energiekosten abzufedern. Die SNB definiert Preisstabilität als eine Teuerungsrate zwischen null und zwei Prozent ? ein Ziel, das ihr gesetzlich vorgeschrieben ist. Das Wirtschaftswachstum veranschlagt die SNB für 2026 weiterhin mit rund einem Prozent.

Der Zinsentscheid fiel in eine Woche voller Notenbank-Termine. Inmitten von Marktturbulenzen infolge des Irankrieges hielt die US-Notenbank am Mittwoch inne, der geldpolitische Schlüsselsatz bleibt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Im Laufe des Donnerstags wollen zudem die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England ihre Beschlüsse bekannt geben. An den Märkten wird hier mit unveränderten Zinsen gerechnet.

(Bericht von Oliver Hirt und John Revill. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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