| * | 475 | Mio | Euro vor Steuern - größter Gewinn seit 2015 |
| * | Eigner müssen nun Entscheidung über mögliche Dividende | ||
| treffen | |||
| * | Landesbank will vorsichtig weiter wachsen | ||
(Mit Details, Zitaten aus Pressekonferenz, Reaktion Aufsichtsratschef)
| Hannover, 19. Mrz (Reuters) - Nach dem zweiten |
| Gewinnsprung in Folge sieht sich die Norddeutsche Landesbank |
| (NordLB) in der Lage, erstmals seit über zehn Jahren wieder eine |
| Dividende zu zahlen. "Würden wir uns selber als |
| ausschüttungsfähig bezeichnen: ja", sagte Vorstandschef Jörg |
| Frischholz am Donnerstag in Hannover. "Wir sind wieder eine ganz |
| normale Bank." Über eine Ausschüttung müssten aber die |
| Eigentümer auf Landesebene und unter den Sparkassen entscheiden. |
| Dank Rückenwind aus dem Immobilien- und Provisionsgeschäft |
| steigerte die NordLB 2025 das Vorsteuerergebnis um 36 |
| Prozent auf 475 (Vorjahr: 350) Millionen Euro. Dies ist der |
| höchste Gewinn seit 2015. Für dieses Jahr peilt Frischholz einen |
| moderaten Gewinnanstieg an. |
Die NordLB musste nach Milliardenverlusten durch faule Schiffskredite Ende 2019 von ihren Eignern mit einer Kapitalspritze von 3,6 Milliarden Euro gerettet werden. Seitdem hat die Landesbank das Personal halbiert, ist kleiner geworden und soll eher risikoarm wachsen. Demnächst müssen sich die Träger der Bank - die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie Sparkassen in Niedersachsen und bundesweit - einigen, ob das Institut wieder eine Dividende zahlen soll. Die beiden Länder wären dem nicht abgeneigt. Der niedersächsische Sparkassen-Präsident Cord Bockhop plädierte allerdings dafür, den Gewinn vorerst noch in der Bank zu halten, "um sie für schlechtere Zeiten aufzupolstern".
Zuletzt hatte die NordLB für 2014 rund 125 Millionen Euro Dividende gezahlt. Vor einem Jahr hatte Finanzchef Jasper Hanebuth eine theoretisch mögliche Ausschüttung auf rund 100 Millionen Euro beziffert. Diesmal äußerte sich die Bank nicht dazu. Dieser Wert dürfte für das Geschäftsjahr 2025 bei rund 160 Millionen Euro liegen, wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Sache vertrauten Personen erfuhr.
Der niedersächsische Landesfinanzminister und NordLB-Aufsichtsratschef Gerald Heere bescheinigte der Bank einen konsequenten Weg der Konsolidierung. "Die NordLB ist wieder nachhaltig profitabel und wesentlich breiter und krisensicherer aufgestellt als noch vor einigen Jahren." Die aktuellen ökonomischen und geopolitischen Herausforderungen verdeutlichten, "wie wichtig eine gesunde, resiliente und in der Region verwurzelte Bank ist".
In der Krise mussten die Eigentümer die NordLB vor dem Aus retten und das Institut wurde ein Fall für die Sicherungseinrichtung der Sparkassen-Finanzgruppe. "Solange es einen Stützungsvertrag gibt, ist man dann auch rein formell ein Stützungsfall", erklärte Frischholz. Er betonte aber, die geschäftlichen Kennziffern "sprechen eine andere Sprache". So habe das Institut das Verhältnis von Aufwand und Ertrag (Cost-Income-Ratio) auf 55,2 (60,8) Prozent verbessert. Zugleich erhöhte die Bank ihre Eigenkapitalrendite (RoE) vor Steuern auf 6,2 (5,0) Prozent. Sie blieb aber damit noch deutlich unter der für 2028 angepeilten Marke von rund zehn Prozent. Diese Rendite sei ambitioniert, aber wichtig, um "auch genügend Puffer anzuhamstern, auf gut Deutsch gesagt, wenn es dann mal wieder robustere Zeiten gibt", sagte der NordLB-Chef.
Der Zinsüberschuss fiel 2025 um rund sieben Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, während das Provisionsergebnis um 29 Prozent auf 312 Millionen Euro kletterte. Das Institut legte für drohende Kreditausfälle 159 Millionen Euro zurück, elf Prozent mehr als 2024. Im Immobiliengeschäft konnte die NordLB auch dank positiver Risikovorsorge zulegen.
(Bericht von Klaus Lauer, redigiert von Ralf Banser Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)