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19.03.2026 /11:12:17
Verfassungsschutz: Wird Schäden bei Firmen durch hybride Angriffen geben

Berlin, 19. Mrz (Reuters) - Der Verfassungsschutz hält Schäden an Unternehmen durch hybride Angriffe wegen der deutschen Unterstützung für die Ukraine für praktisch unvermeidlich. Die Widerstandsfähigkeit auf Unternehmensseite sei noch nicht ausreichend, sagte Verfassungsschutz-Präsident Sinan Selen am Donnerstag auf einer Sicherheitstagung in Berlin. "Wir sind definitiv noch nicht da, wo wir hingehören." Da man sich auf Schäden einstellen müsse, sei das Thema Reparatur entscheidend. Hier sei die Ukraine viel weiter, und es gebe Nachholbedarf. Hintergrund sind hybride Attacken, die vor allem Russland nach dem Angriffskrieg gegen die Ukraine zugeordnet werden.

Selen zufolge geraten insbesondere Firmen ins Visier, die die Ukraine unterstützen oder an der Logistik von Rüstungsgütern beteiligt sind. "Wenn dann Rüstungsgüter in die Ukraine verbracht werden und man in der Logistikbranche tätig ist, ist man im Zielspektrum", erklärte der Chef des Inlandsgeheimdienstes. Die Angriffe könnten in Form von Desinformation oder Sabotage erfolgen. Cyberangriffe könnten dabei nur der Auftakt für schwerwiegendere analoge Sabotageakte sein. "Ich könnte auch beispielsweise Cyberoperationen durchführen, die dann nur den Weg eröffnen in einer analogen Sabotageoperation, die dann wirklich schwerstwiegend ist."

Besonders gefährdet seien kleine und mittelständische Unternehmen sowie Start-ups mit wertvollem Know-how, die zu Zielen russischer, aber auch chinesischer Operationen werden könnten. Selen forderte, das Thema Vorbereitung ernster zu nehmen und für den Ernstfall zu üben. Gegner würden nicht in einzelnen Aktionen, sondern in Kampagnen denken. "Dieses Denken müssen wir übernehmen. Ansonsten werden wir immer fragmentiert bleiben." Die Abwehr solcher Bedrohungen sei nur in enger Zusammenarbeit zwischen Behörden und der Wirtschaft möglich.

Mit Blick auf die Geheimdienst-Zusammenarbeitt mit den USA sprach Selen trotz politischer Differenzen nicht von Einschränkungen. Die Kooperation sei weiter gut, er sehe kein Abkühlen bei den Partnern. Politik und Geheimdienstarbeit würden getrennt, sagte Selen.

(Bericht von Markus Wacket, redigiert vonOlaf Brenner.Bei
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