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19.03.2026 /12:00:58
FOKUS 1-Berlin und Paris wollen Kampfjet-Projekt FCAS retten

* Treffen Merz und Macron in Brüssel
 
*Insider: Lösung muss bis Mitte April vorliegen
 
*Macron: Ich bin von Projekt überzeugt
 
*Vermittlungsversuch zwischen Dassault und Airbus
 
(Durchgehend neu: mit Macron)
- von Andreas Rinke
Brüssel, 19. Mrz (Reuters) - Deutschland und Frankreich
wollen mit einem neuen Einigungsversuch das milliardenschwere
Kampfjet-Projekt FCAS retten. "Ich bin fest von diesem Projekt
überzeugt, ich halte es für strategisch sinnvoll", sagte
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag vor dem
EU-Gipfel in Brüssel. "Deutschland und Frankreich haben sich auf
einen letzten Vermittlungsversuch zwischen den Industrien durch
Experten geeinigt", verlautete zuvor aus deutschen
Regierungskreisen nach einem Treffen Macrons mit Kanzler
Friedrich Merz. "Wegen der anstehenden Entscheidungen zum
Bundeshaushalt muss ein Ergebnis bis Mitte April vorliegen",
hieß es weiter.

Merz und Macron hatten sich am Mittwochabend zur Vorbereitung des EU-Gipfels zu einem zweistündigen Gespräch in Brüssel getroffen. Dabei ging es neben FCAS unter anderem um die Themen des Treffens wie Wettbewerbsfähigkeit, Iran und Ukraine.

An der strategischen Ausrichtung gebe es keine Zweifel zwischen Deutschland und Frankreich, betonte Macron. "Die Industrievertreter, mit denen ich gesprochen habe, sagen, dass es sinnvoll ist." Die Aufgabe beider Regierungen sei es nun, dass sich die federführenden Unternehmen einigen. "Deshalb haben wir gemeinsam beschlossen, in den kommenden Wochen einen Annäherungsvorstoß zwischen Airbus und Dassault zu starten, der in ruhiger und respektvoller Weise durchgeführt werden muss, um die richtigen Wege zur Annäherung zu finden."

Das "Future Combat Air System" (FCAS) ist das wichtigste europäische Rüstungsprojekt. Es wird von Frankreich, Deutschland und Spanien vorangetrieben. Ziel ist die Entwicklung eines Kampfflugzeugs, das von einem Verbund aus bewaffneten und unbewaffneten Drohnen begleitet wird. Das System sollte ab 2040 die Kampfjets vom Typ Rafale in Frankreich und den Eurofighter in Deutschland und Spanien ersetzen. Das Gesamtvolumen des Vorhabens wird auf rund 100 Milliarden Euro geschätzt.

Industriell wird das Projekt von Dassault Aviation <AM.PA> auf französischer Seite und von Airbus <AIR.PA> für Deutschland und Spanien geführt. Dassault besteht aber auf einem deutlich größeren Arbeitsanteil, was Deutschland und Spanien ablehnen. Als mögliche Alternative war auch gehandelt worden, dass die drei Länder zwar Drohnen und die Software für das Kampfsystem zusammen entwickeln, aber zwei unterschiedliche Kampfjets gebaut werden.

(Bericht von Andreas Rinke; redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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