| * Gewinneinbruch in 2025 | |
| * | 550 Stellen sollen gestrichen werden |
| * | Geschäftsbelebung in zweiter Jahreshälfte erwartet |
| * | Aktie im Minus |
| (Neu: Vorstand, Details, Aktienkurs) | |
| Düsseldorf, 19. Mrz (Reuters) - Der unter der | |
| Branchenkrise ächzende Spezialchemiekonzern Lanxess <LXSG.DE> | |
| reagiert mit einem weiteren Stellenabbau auf einen | |
| Gewinneinbruch und eine historisch niedrige Auslastung. 550 Jobs | |
| sollen nun wegfallen, rund zwei Drittel davon in Deutschland, | |
| wie Konzernchef Matthias Zachert am Donnerstag ankündigte. Dies | |
| solle sozial verträglich geschehen, doch könne er | |
| betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen. Bereits 2023 | |
| hatte Lanxess wegen des anhaltend schweren Fahrwassers den Abbau | |
| von 870 Stellen beschlossen, 460 davon in Deutschland, mit dem | |
| Ziel, ab 2025 dauerhaft rund 150 Millionen Euro einzusparen. | |
Um die Kosten nun weiter zu senken, will Lanxess bis Ende 2028 weitere rund 100 Millionen Euro pro Jahr dauerhaft einsparen. Der Stellenabbau solle vor allem Verwaltungsfunktionen betreffen. Obwohl der Konzern einen sozialverträglichen Abbau anstrebt, schloss Zachert betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Über die bereits angekündigten Maßnahmen hinaus seien aber derzeit keine weiteren Stellenstreichungen und Standortschließungen geplant. Zusätzlich gelte für Tarifbeschäftigte zunächst eine 35-Stunden-Woche, für das Management gebe es eine Nullrunde bei den Gehältern.
Für die Zukunft zeigte sich der Vorstandschef verhalten optimistisch. "Seit März ist eine erste Geschäftsbelebung spürbar", sagte Zachert. "Aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer." Eine Belebung des Geschäfts erwarte er frühestens im zweiten Halbjahr, etwa durch das Infrastrukturpaket der Bundesregierung. Als Risiko nannte er den Krieg im Nahen Osten, der wahrscheinlich einen negativen Einfluss auf die Rohstoffkosten haben werde. Bei einem Fortbestand des Konflikts werde es in der Industrie zu weiteren Preisanstiegen kommen. Lieferkettenunterbrechungen seien derzeit jedoch nicht absehbar.
Für das laufende Jahr 2026 stellte der Vorstand ein operatives Ergebnis (Ebitda) zwischen 450 und 550 Millionen Euro in Aussicht. Im Vorjahr war das um Sondereinflüsse bereinigte Ebitda um 16,9 Prozent auf 510 Millionen Euro gefallen, während der Umsatz um 10,9 Prozent auf 5,673 Milliarden sank. Die Aktionäre sollen eine stabile Dividende von zehn Cent je Anteilsschein erhalten.
"Das Jahr 2025 war für die gesamte Chemieindustrie und auch für Lanxess extrem hart", sagte Vorstandschef Matthias Zachert. Die Auslastung der Anlagen sei auf dem tiefsten Niveau seit 30 Jahren. Finanzvorstand Oliver Stratmann bezifferte die Auslastung auf 65 Prozent. Als Gründe für den Rückgang nannte Lanxess die anhaltend schwache Nachfrage in fast allen Kundenindustrien, geringere Verkaufspreise wegen gesunkener Rohstoffkosten und Preisdruck aus Asien. Zudem belasteten der Verkauf einer Geschäftseinheit sowie Währungseffekte das Ergebnis.
Trotz des schwierigen Umfelds sieht Zachert den Konzern finanziell solide aufgestellt, eine Kapitalerhöhung schloss er aus. Die Nettofinanzverschuldung konnte Lanxess 2025 um 15 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro senken, vor allem dank des Verkaufs eines Geschäftsbereichs. An dem geplanten Verkauf der Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen Envalior halte der Konzern fest, sagte Zachert weiter. Das werde Lanxess einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kassen spülen.
Die Anleger reagierten indes verschnupft: Die im Nebenwerteindex notierte Aktie gab um knapp neun Prozent auf 12,20 Euro nach. Es gebe zwar keine neuen Probleme, aber auch keinen Grund zum Kauf, selbst auf diesem Niveau, kommentierte ein Händler.
(Bericht von Anneli Palmen, redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)