| * Alary: Deutsch-französischer Panzerbauer auf Kurs | |
| * | Vorstandschef: Börsengang unabhängig von MGCS |
| * | Tauziehen um Eigentümerstruktur geht weiter |
| (neu: Stellungnahme zu Kapitalerhöhung) | |
| München, 19. Mrz (Reuters) - KNDS-Vorstandschef | |
| Jean-Paul Alary sieht den Panzerbauer trotz der Debatten um | |
| einen Einstieg des deutschen Staates auf Kurs zu einem | |
| Börsengang in diesem Jahr. "Es gibt keine Hindernisse. Der | |
| Börsengang ist geplant, und wir sind im Zeitplan", sagte Alary | |
| am Mittwochabend vor Journalisten. Der Börsengang werde 2026 | |
| stattfinden, wenn es das Marktumfeld erlaube. Auf einen genauen | |
| Zeitpunkt wollte er sich nicht festlegen. In Finanzkreisen wird | |
| die milliardenschwere Emission in Paris und Frankfurt, bei der | |
| KNDS mit 20 Milliarden Euro bewertet werden könnte, im Juni oder | |
| Juli erwartet. Etwa 25 Prozent des Unternehmens könnten an die | |
| Börse gebracht werden. | |
Alary geht offenbar davon aus, dass dabei nicht nur die Eigentümer Kasse machen, sondern KNDS auch frisches Kapital aus einer Kapitalerhöhung einsammelt: "Wir können dieses zusätzliche Kapital für Investitionen nutzen." Eine Entscheidung über die Struktur des Börsengangs sei aber noch nicht gefallen, betonte eine KNDS-Sprecherin. Alary sagte, es gehe darum, das deutsch-französische Unternehmen "auf ein neues Niveau zu bringen". Wenn die Gelegenheit zu einer Konsolidierung über Zukäufe bestehe, "sind wir vorbereitet". KNDS werde sich aber weiter auf Panzer und andere Landsysteme konzentrieren, Ausflüge in die Marine oder die Raumfahrt seien nicht geplant.
Vom europäischen Kampfpanzer-Projekt MGCS sei der Börsengang nicht abhängig, betonte Alary: "Ich glaube ganz fest an dieses Programm. Aber unsere Equity Story bleibt die gleiche, ob MGCS kommt oder nicht." Das Projekt stehe noch ganz am Anfang. Nach den Debatten um die Zukunft des französisch-deutschen Kampfjet-Projekts FCAS waren zuletzt auch Zweifel an einer Zusammenarbeit bei Panzern aufgekommen.
Dass der Rivale Rheinmetall <RHMG.DE> den Börsengang zu einem Einstieg nutzen könnte, fürchtet Alary nicht: "Welches Interesse könnten sie daran haben, dafür ein Vermögen zu zahlen?" Der Düsseldorfer Rüstungskonzern hatte mehrfach Interesse an KNDS angemeldet. Der Franzose bekräftigte aber seine Ablehnung: "Rheinmetall kann zur Strategie von KNDS nichts beitragen."
KNDS ist aus dem deutschen Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und dem französischen Konkurrenten Nexter entstanden. Der Name steht für KMW + Nexter Defense Systems. Die Anteile liegen zu gleichen Teilen beim französischen Staat und der Unternehmer-Dynastie Bode. Die Familie will allerdings so schnell wie möglich aussteigen, die Bundesregierung bereitet einen Einstieg mit einer Sperrminorität von mindestens 25 Prozent vor. Ob der vor, bei oder nach dem Börsengang stattfindet, ist laut Insidern aber noch offen. Ziel ist, dass sich französische und deutsche Großaktionäre auch nach dem Börsengang die Waage halten.
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)