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19.03.2026 /15:39:31
EXKLUSIV-QatarEnergy: Iranische Angriffe legen LNG-Export auf Jahre lahm

*Chef des Energiekonzerns im Reuters-Interview
 
*Reparaturen könnten bis zu fünf Jahre dauern
 
*Force Majeure für gesamte Dauer der Reparaturarbeiten
 
*Lieferungen an Italien, Belgien, Südkorea und China
betroffen
 
- von Maha El Dahan und Andrew Mills und Yousef Saba
Dubai/Doha, 19. Mrz (Reuters) - Die massiven iranischen
Luftangriffe haben dem staatlichen Konzern QatarEnergy zufolge
die Gasinfrastruktur Katars schwer beschädigt und bedrohen die
Energieversorgung Europas und Asiens langfristig. Durch die
Attacken seien 17 Prozent der Exportkapazität für Flüssigerdgas
(LNG) ausgefallen, sagte der QatarEnergy-Chef Saad al-Kaabi am
Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Reparatur der
Anlagen werde drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Der Ausfall verursacht nach Angaben des Managers einen jährlichen Einnahmeverlust von geschätzt 20 Milliarden Dollar. Betroffen seien Lieferungen an Kunden in Italien, Belgien, Südkorea und China. QatarEnergy werde für diese langfristigen Verträge wohl für bis zu fünf Jahre "Force Majeure" (Höhere Gewalt) erklären müssen. Das heißt, dass vertragliche Pflichten wegen unvorhersehbarer, von außen kommender Ereignisse nicht eingehalten werden können. "Das sind langfristige Verträge, für die wir Höhere Gewalt anmelden müssen", sagte Kaabi. Dies gelte nun für die gesamte Dauer der Reparaturarbeiten.

"NIE IN MEINEN KÜHNSTEN TRÄUMEN"

Bei den Angriffen wurden zwei der 14 LNG-Produktionsstränge (Trains) sowie eine der zwei "Gas-to-Liquids"-Anlagen (GTL) beschädigt. Damit fehlen dem Weltmarkt jährlich 12,8 Millionen Tonnen LNG. Die Attacken erfolgten nur Stunden, nachdem Israel seinerseits iranische Gasinfrastruktur angegriffen hatte. Kaabi zeigte sich im Interview erschüttert über das Ausmaß der Gewalt. "Ich hätte mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können, dass Katar ? Katar und die Region ? einem solchen Angriff ausgesetzt sein würden", sagte er. Dies gelte besonders, da die Attacke "von einem brüderlichen muslimischen Land im Monat Ramadan" ausgeführt worden sei.

Die Schäden treffen auch westliche Partner. So ist der US-Ölriese ExxonMobil <XOM.N> an den beschädigten Anlagen beteiligt. Der Konzern aus Texas hält laut Kaabi einen Anteil von 34 Prozent am LNG-Strang S4 und 30 Prozent an S6. Die Baukosten der nun beschädigten Einheiten hatten sich ursprünglich auf rund 26 Milliarden Dollar belaufen.

Die Auswirkungen reichen weit über das LNG-Geschäft hinaus. Die Exporte von Kondensat werden laut Kaabi um rund 24 Prozent einbrechen, die von Flüssiggas (LPG) um 13 Prozent. Die Heliumproduktion werde um 14 Prozent zurückgehen, bei Naphtha und Schwefel werde ein Minus von jeweils sechs Prozent erwartet.

QatarEnergy hatte bereits nach früheren Angriffen auf das Produktionszentrum Ras Laffan für seine gesamte LNG-Produktion "Force Majeure" erklärt. Eine Wiederaufnahme der Produktion sei derzeit nicht absehbar. "Damit die Produktion wieder anlaufen kann, müssen zuerst die Feindseligkeiten enden", betonte Kaabi.

(Bearbeitet von Alexander Ratz Redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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