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19.03.2026 /16:55:49
FOKUS 1-OMV und Adnoc schließen Chemie-Fusion im März ab - Börsengang erst 2027

(neu: mehr Details)
 
*OMV und Adnoc vollziehen Chemie-Fusion, verschieben
Börsengang
 
*OMV-Dividende für 2026 sinkt voraussichtlich um 60 bis
70 Cent
 
*Neuer Vermarktungsdeal für Borouge 4 soll Zusatzgewinne
bringen
 
Wien, 19. Mrz (Reuters) - Der österreichische
Energiekonzern OMV und sein arabischer Kernaktionär
Adnoc stehen unmittelbar vor der Gründung ihres neuen
Chemie-Riesen, verschieben den Börsengang des Konzerns jedoch
auf das kommende Jahr. Der rechtliche Zusammenschluss der
Töchter Borealis, Borouge und Nova unter dem Dach
der neuen Borouge Group International (BGI) solle bis Ende März
vollzogen sein, teilte die OMV am Donnerstag mit. Die Notierung
der Aktien in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten
Arabischen Emirate (VAE), sowie eine Kapitalerhöhung seien nun
jedoch vorbehaltlich der Marktbedingungen erst für 2027 geplant.

Die Verschiebung des Börsengangs hat direkte Folgen für die OMV-Aktionäre. Da die neue BGI-Holding ihre Bilanz stärken muss, fallen die Ausschüttungen an die Mutterkonzerne zunächst geringer aus. Für das Jahr 2026 werde die OMV-Dividende voraussichtlich um 0,60 bis 0,70 Euro je Aktie niedriger liegen als bisher angenommen. OMV rechnet hier nun mit einem Zufluss von 250 Millionen Dollar statt der ursprünglich geplanten 500 Millionen Dollar. Um die Bonität der neuen Tochter zu sichern, vereinbarten die Partner zudem, im Bedarfsfall weitere Unterstützungsmaßnahmen zu prüfen. Ziel sei es, das Investment-Grade-Rating von BGI aufrechtzuerhalten.

Um die Ertragskraft der neuen Gruppe schon vor dem Börsengang zu stärken, schlossen die Partner eine Vereinbarung über den neuen Produktionskomplex Borouge 4 in den Vereinigten Arabischen Emiraten. BGI werde die dort produzierten Mengen vermarkten, die Anlage selbst aber voraussichtlich nicht vor 2029 in die eigene Bilanz übernehmen. Dies schont vorerst die Kasse für Investitionen. Der Deal soll BGI in den kommenden drei Jahren einen kumulierten Nettogewinn von 400 Millionen Dollar bescheren und das Ergebnis nach der Hochlaufphase jährlich um rund zehn Prozent steigern.

Für die Minderheitsaktionäre der bereits börsennotierten Tochter Borouge bedeutet der neue Zeitplan ebenfalls Wartezeit. Das geplante Umtauschangebot ihrer Papiere in Aktien der neuen BGI verschiebt sich parallel zum Börsengang auf 2027. Bis dahin sicherte BGI jedoch die Zahlung einer Mindestdividende zu. Mit dem Vollzug der Fusion entsteht der viertgrößte Polyolefin-Produzent der Welt mit einer Kapazität von 13,6 Millionen Tonnen. Nach Abschluss der Transaktion wird BGI zu je 50 Prozent von OMV und der Adnoc-Tochter XRG gehalten.

(Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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