Brüssel, 19. Mrz (Reuters) - Die deutsche Luftfahrtindustrie dringt auf eine schnelle und finale Entscheidung über das milliardenschwere europäische Luftkampfsystem FCAS. "Es ist ein wichtiges Signal und wertvolles Bekenntnis zur deutschen Industrie, dass die Bundesregierung gemeinsam mit Frankreich nun auf eine kurzfristige Klärung drängt", teilte die Hauptgeschäftsführerin des BDLI, Marie-Christine von Hahn, am Donnerstag mit. "Nach Monaten der Unsicherheit braucht es jetzt eine tragfähige Lösung, die auch den verteidigungspolitischen, industriepolitischen und volkswirtschaftlichen Interessen Deutschlands gerecht wird." Kanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten einen wahrscheinlich letzten Vermittlungsversuch zwischen den beteiligten Unternehmen vereinbart.
Für Deutschland stehe bei FCAS weit mehr auf dem Spiel als ein einzelnes Rüstungsprojekt, sagte die BDLI-Hauptgeschäftsführerin. "Solche technologischen Spitzenvorhaben sind zentral, um industrielle Kompetenzen im militärischen wie im zivilen Luft- und Raumfahrtsektor zu sichern und weiterzuentwickeln." Auch die Gewerkschaften seien dieser Meinung. Industriell wird das Projekt von Dassault Aviation <AM.PA> auf französischer Seite und von Airbus <AIR.PA> für Deutschland und Spanien geführt. Grund der immer neuen Verzögerungen ist, dass Dassault auf einem deutlich größeren Arbeitsanteil besteht, was Deutschland und Spanien ablehnen.
(Bericht von Andreas Rinke Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)