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19.03.2026 /19:28:40
FOKUS 4-Inflationssorgen belasten US-Börsen

* Indizes fallen
 
*Ölpreisanstieg macht Anleger nervös
 
*Zinshoffnungen schwinden
 
*Micron fallen wegen geplanter Ausgaben
 
(Neu: Fokus auf USA)
Frankfurt, 19. Mrz (Reuters) - Hohe Energiepreise und
Zinssorgen haben die US-Börsen am Donnerstag erneut belastet.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor gegen Mittag
(Ortszeit) 0,8 Prozent auf 45.866 Punkte. Der breiter gefasste
S&P 500 <.SPX> fiel um 0,6 Prozent auf 6583 Zähler, der Index der
Technologiebörse Nasdaq <.IXIC> rutschte um 0,7 Prozent auf
21.993 Punkte ab.

Der Iran hatte mit Raketenbeschuss auf Energieanlagen in Katar und Saudi-Arabien reagiert, nachdem das iranische Erdgasfeld South Pars vermutlich durch Israel attackiert worden war. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran mit der vollständigen Zerstörung des Feldes, sollten weitere Angriffe auf Katar erfolgen. "Der Krieg im Iran ist aus Sicht der Finanzmärkte in eine neue Phase getreten", sagte Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades.

ENERGIEPREISRALLY ZERSTÖRT HOFFNUNG AUF ZINSSENKUNGEN

Händler müssten nun ein höheres Risiko einer anhaltenden Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Persischen Golf einkalkulieren. Der Preis für das Nordsee-Öl Brent verteuerte sich um bis zu 10,9 Prozent auf gut 119 Dollar je Fass. Am späten Nachmittag schmolz das Plus allerdings auf nur noch 0,3 Prozent zusammen. Seit Beginn des Krieges vor knapp drei Wochen ist der Preis wegen der Furcht vor langfristigen Versorgungsengpässen allerdings um gut 64 Prozent in die Höhe geschnellt. Nach einem iranischen Angriff auf eine wichtige Anlage für Flüssigerdgas in Katar zogen auch die Erdgaspreise kräftig an. Die Reparatur der Anlagen wird nach Angaben von QatarEnergy drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Die anziehenden Energiepreise schürten die Inflationssorgen der Investoren. Die US-Notenbank Federal Reserve hatte angesichts der unsicheren Lage eine vorsichtigere Haltung zu Zinssenkungen signalisiert. "Die Ölpreise treiben jetzt nicht nur die Aktienkurse, sondern auch die Politik der Federal Reserve", sagte Dennis Follmer, Investmentchef bei Montis Financial. "Auch wenn dies ein kurzfristiges Phänomen sein mag, ist es das, womit sich der Markt derzeit befasst." Händler rechnen nicht mehr mit einer Zinssenkung in diesem Jahr, und die von der LSEG zusammengestellten Daten deuten nun auf eine Zinssenkung erst Mitte 2027 hin.

GOLDMINEN-AKTIEN FALLEN IM EINKLANG MIT ROHSTOFFPREISEN

Der steigende Ölpreis lieferte US-Energiewerten Auftrieb. Der S&P-Branchenindex legte um 1,2 Prozent zu. Zu den größten Gewinnern gehörten die Aktien von APA Corp <APA.O> mit einem Plus von 4,3 Prozent. Die Papiere des Branchenriesen Chevron <CVX.N> stiegen um 1,6 Prozent.

Auch eine starke Prognose von Micron Technology <MU.O> konnte die Stimmung nicht aufhellen. Die Aktien des Chipherstellers tauchten um vier Prozent ein. Anleger sahen angesichts der erhöhten Kreditkosten die höheren Ausgabenpläne des Unternehmens kritisch. Andere Speicherchip-Aktien wie SanDisk <SNDK.O> und Western Digital <WDC.O> gaben ebenfalls nach, die Papiere des KI-Marktführers Nvidia <NVDA.O> fielen um 1,2 Prozent.

Sinkende Goldpreise zogen die Aktien von Minengesellschaften in den Keller. Kinross Gold verloren 7,6 Prozent, Sibanye Stillwater sackten um 13,5 Prozent ab. Gold <XAU=> verbilligte sich um rund fünf Prozent je Feinunze. Das Edelmetall wird als Absicherung gegen Inflation und geopolitische Turbulenzen geschätzt, verliert aber als zinslose Anlage in Zeiten hoher Zinsen tendenziell an Attraktivität.

(Bericht von Anika Ross Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



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