Nachricht


20.03.2026 /10:06:53
IG Metall: Verkaufsgespräche über Thyssenkrupp-Stahlsparte ziehen sich hin

Frankfurt, 20. Mrz (Reuters) - Der geplante Verkauf der Stahlsparte von Thyssenkrupp <TKAG.DE> an den indischen Konkurrenten Jindal Steel kommt nach Gewerkschaftsangaben langsamer voran als erwartet. "Anscheinend dauern die Gespräche zwischen der Thyssenkrupp AG und Jindal länger", erklärte der IG-Metall-Vizechef und stellvertretende Thyssenkrupp-Aufsichtsratsvorsitzende, Jürgen Kerner, am Freitag. Jindal hatte im September 2025 ein unverbindliches Übernahmeangebot für die seit Jahren kriselnde Stahlsparte vorgelegt. Ein Thyssenkrupp-Sprecher sagte am Freitag, die Gespräche dauerten an.

"Wir als Arbeitnehmerseite haben Jindal einen Katalog mit sehr konkreten Fragen vorgelegt, um den ganzen Prozess voranzutreiben und zu konkretisieren", erklärte Kerner. Die Beantwortung sei der Arbeitnehmerseite zugesagt worden, dann aber mehrfach verschoben worden. "Es geht also nicht vorwärts, und das ist schlecht." Die Beschäftigten erwarteten rasch Klarheit über die Zukunft der Stahlsparte und der Arbeitsplätze. "Eine Hängepartie über Monate können wir uns jedenfalls nicht leisten", erklärte Kerner.

Das Stahlgeschäft ist der frühere Kern des Ruhrkonzerns. Klar ist bereits, dass in den kommenden Jahren bis zu 11.000 der rund 26.000 Stellen der Sparte gestrichen oder ausgelagert werden. In der Vergangenheit waren Versuche zu einem Verkauf des Stahlgeschäfts, ein Stahl-Joint-Venture oder ein Börsengang gescheitert.

Jindal bemüht sich um die Zustimmung der IG Metall und des Betriebsrats und bekannte sich zum Umbau zu einer grünen Produktion. Die Verhandlungen mit dem indischen Stahlkonzern über eine Übernahme von Thyssenkrupp Steel Europe seien intensiv, hatte Konzernchef Miguel Lopez im Februar gesagt. Im März hatte auch der auf Krisenunternehmen spezialisierte US-Investmentfonds Flacks Group Interesse an einer Übernahme der Stahlsparte bekundet.

(Bericht von Christoph Steitz, geschrieben von Jörn Poltz, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Hinsichtlich weiterer Informationen und einer gegebenenfalls erforderlichen Offenlegung potenzieller Interessenkonflikte nach § 85 WpHG der für die Erstellung der zugrunde liegenden Finanzinformationen oder Analysen verantwortlichen Unternehmen wird auf das Informationsangebot dieser Unternehmen (Internetseite und andere Informationskanäle) verwiesen.