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20.03.2026 /06:30:01
WDHLG-Insider: Gründer erwägen Verkauf der Chipfirma Elmos

(Wiederholung vom Vorabend)
London/Frankfurt, 19. Mrz (Reuters) - Der Dortmunder
Chiphersteller Elmos <ELGG.DE> könnte Insidern zufolge demnächst
den Besitzer wechseln. Die Gründer erwägen einen Ausstieg bei
dem Chipzulieferer für die Autoindustrie, wie mehrere mit der
Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag der
Nachrichtenagentur Reuters sagten. Elmos habe die Investmentbank
Morgan Stanley damit beauftragt, den Verkaufsprozess zu
begleiten.

Es liefen erste Gespräche, unter anderem mit großen Halbleiter-Konzernen, betonte einer der Insider. Der Konkurrent Infineon <IFXGn.DE> oder Qualcomm <QCOM.O> aus den USA wären logische Kandidaten für eine Übernahme. Eine endgültige Entscheidung zugunsten eines Verkaufs sei aber noch nicht gefallen. Weder Elmos noch Infineon wollten sich zu diesem Thema äußern.

Ein Eigentümerwechsel bei Elmos würde voraussichtlich eine kritische Prüfung deutscher und europäischer Kartellbehörden nach sich ziehen. Vor einigen Jahren war der Verkauf der Waferproduktion von Elmos an ein chinesisches Unternehmen am Einspruch der Bundesregierung gescheitert. Der Geschäftsbereich ging stattdessen an einen US-Interessenten.

Größter Elmos-Aktionär mit knapp 21 Prozent ist die Beteiligungsfirma des Mitgründers Klaus Weyer. Er hatte das Unternehmen 1984 gemeinsam mit Günter Zimmer und Norbert Ellenberger aus der Taufe gehoben. Die Marktkapitalisierung des Spezialisten für Automobil-Halbleiter liegt aktuell bei etwa 2,3 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Elmos einen Rekordumsatz von 583 Millionen Euro. Der operative Gewinn schrumpfte dagegen um knapp 13 Prozent auf 127 Millionen Euro.

Die europäische Halbleiterindustrie befindet sich derzeit im Umbruch. Die US-Chipausrüster Applied Materials <AMAT.O> und Lam Research <LRCX.O> haben ein Auge auf den niederländischen Rivalen BE Semiconductor <BESI.AS> geworfen. Im vergangenen Jahr schluckte Qualcomm den britischen Chipdesigner Alphawave und Infineon Teile des US-Konkurrenten Marvell <MRVL.O>.

(Bericht von Amy-Jo Crowley, Milana Vinn und Hakan Ersen, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)



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