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20.03.2026 /10:38:12
FOKUS 1-Knorr könnte den Besitzer wechseln - Unilever verhandelt über Verkauf

(Neu: Details, Aktienkurs, Investor-Kommentar)
 
*Unilever spricht mit US-Gewürzhersteller McCormick &
Company
 
*Lebensmittelsparte macht ein Viertel des
Konzernumsatzes aus
 
*Unilever will sich auf Kosmetik und Körperpflege
konzentrieren
 
20. Mrz (Reuters) - Der britische Konsumgüterriese
Unilever verhandelt über einen Verkauf seiner
Lebensmittelsparte an den US-Gewürzhersteller McCormick &
Company <MKC.N>. Ein entsprechendes Kaufangebot des kleineren
Rivalen liege vor, teilte Unilever am Freitag mit. Ein möglicher
Deal würde seine Marken wie Hellmann's und Knorr mit der
scharfen Würzsauce Cholula von McCormick zusammenbringen. Die
Unilever-Sparte, zu der auch Marken wie Colman's und Marmite
gehören, stand im vergangenen Jahr für rund ein Viertel des
Gesamtumsatzes und erlöste mehr als 12,9 Milliarden Euro (14,91
Milliarden Dollar). Es gebe jedoch keine Gewissheit, dass eine
Einigung erzielt werde, teilten die beiden Unternehmen in
getrennten Erklärungen mit. Finanzielle Einzelheiten nannten sie
nicht.

Die Gespräche unterstreichen den Kurs von Unilever-Chef Fernando Fernandez, den Konzern nach der Abspaltung des Eiscreme-Geschäfts im vergangenen Jahr stärker auf die margenträchtigeren Bereiche Schönheit und Körperpflege auszurichten. Dort verfügt Unilever über Marken wie Axe, Rexona und Dove, die unter anderem mit Produkten von Henkel <HNKG.DE> oder Beiersdorf <BEIG.DE> konkurrieren. Das Geschäft mit verarbeiteten Lebensmitteln steht branchenweit unter Druck. Politiker warnen vor gesundheitlichen Risiken, zudem dämpft die wachsende Beliebtheit von Abnehmspritzen den Appetit vieler Verbraucher.

Die Unternehmen bestätigten die Verhandlungen am Freitag, nachdem das "Wall Street Journal" am späten Donnerstag darüber berichtet hatte. Dem Bericht zufolge könnte es sich um eine reine Aktientransaktion handeln, die in den kommenden Wochen zustande kommen könnte. Die Zeitung "Financial Times" hatte im März berichtet, Unilever habe erfolglos eine Zusammenlegung seiner Lebensmittelsparte mit dem Saucengeschäft von Kraft Heinz <KHC.O> erwogen.

Die Unilever-Aktie legte zur Handelseröffnung rund ein Prozent zu. Tineke Frikkee, Portfoliomanagerin beim Unilever-Investor W1M, gab sich skeptisch: "McCormick ist viel kleiner als die Lebensmittelsparte von Unilever ? diese erwirtschaftet etwa den dreifachen Gewinn von McCormick. Daher ist unklar, welchen Wert ein gemeinsames Unternehmen schaffen könnte und welche Struktur den Aktionären einen Mehrwert bieten würde."

(Bericht von Prerna Bedi and Yadarisa Shabong, bearbeitet von Matthias Inverardi, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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