| * Anteil von fast 55 Prozent | |
| * | "Signalisiert gewisse Preissetzungsmacht gegenüber |
| Kunden" | |
| (neu: mit Ökonom, Details) | |
| Berlin, 20. Mrz (Reuters) - Die deutschen Exporteure | |
| wickeln mehr als die Hälfte ihrer Ausfuhren mit den Ländern | |
| außerhalb der EU in Euro ab. 2025 wurden 54,7 Prozent der | |
| Geschäfte in Drittstaaten in der Gemeinschaftswährung | |
| abgerechnet, wie das Statistische Bundesamt am Freitag | |
| mitteilte. Auf Platz zwei der meistverwendeten Zahlungsmittel | |
| liegt der US-Dollar mit 26,4 Prozent. Danach folgen das | |
| britische Pfund mit 4,8 Prozent, der chinesische Yuan mit 2,7 | |
| Prozent und der Schweizer Franken mit 2,4 Prozent. Die | |
| restlichen 8,9 Prozent wurden in anderen Währungen bezahlt. | |
Experten zufolge ist es gut für die deutschen Exporteure, wenn sie überwiegend in der Währung abrechnen können, in der auch ihre Kosten anfallen. "Das vermindert das Währungsrisiko", sagte Ökonom Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank. "Es ist auch ein Hinweis darauf, dass man eine gewisse Preissetzungsmacht gegenüber seinen Kunden hat." 2025 machte der Handel mit Drittstaaten 44,1 Prozent der deutschen Gesamtexporte und 34,6 Prozent der Importe aus.
Bei den Importen blieb der Dollar im vergangenen Jahr das am weitesten verbreitete Zahlungsmittel im Warenhandel mit Drittstaaten. 45,2 Prozent dieser Geschäfte wurden in der US-Währung bezahlt. In Euro wurden 43,8 Prozent, in chinesischem Yuan 3,6 Prozent, in Schweizer Franken 2,8 Prozent und in britischem Pfund 1,7 Prozent der Importgeschäfte abgerechnet. Andere Währungen spielten mit einem Anteil von 2,9 Prozent nur eine geringe Rolle.
"Dass der Anteil der in US-Dollar bezahlten Importe recht hoch ist, liegt auch an den Gepflogenheiten an den Rohstoffmärkten", sagte de la Rubia. "Rohstoffe werden in US-Dollar abgewickelt - und das wird sich auch nicht so rasch ändern." In der aktuellen Situation mit dem Krieg im Nahen Osten komme es für die Unternehmen, die beispielsweise auf Energieimporte angewiesen sind, allerdings knüppeldick. Denn sie müssten nicht nur im Dollar-Preis gestiegene Energiegüter kaufen, sondern seien auch noch mit einem schwächeren Euro konfrontiert.
Im Handel mit den wichtigsten Exportkunden außerhalb der Europäischen Union (EU) unterscheiden sich die Anteile der Währungen stark. So wurden die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten - dem wichtigsten Abnehmer von Waren "Made in Germany" - im vergangenen Jahr zu 68,6 Prozent in Dollar und zu 30,6 Prozent in Euro abgerechnet. Nur 0,8 Prozent entfielen auf andere Währungen. Dagegen wurden die deutschen China-Exporte hauptsächlich in Euro bezahlt (61,0 Prozent). Danach folgten der Yuan mit einem Anteil von 23,0 Prozent und der Dollar mit 15,1 Prozent. In anderen Währungen wurden lediglich 0,9 Prozent der Exportgeschäfte mit China abgewickelt.
"Auch bei den Importen nach Deutschland aus den wichtigsten Lieferländern außerhalb der EU ergab sich für die Zahlungsabwicklung nach Währungen ein differenziertes Bild", betonten die Statistiker. Im Geschäft mit China wurden mit einem Anteil von 50,8 Prozent die meisten Wareneinfuhren in Dollar abgerechnet. In Euro wurden 31,1 Prozent und in chinesischem Yuan nur 16,7 Prozent der Importgeschäfte abgewickelt. Bei den Importen aus den Vereinigten Staaten hatte der Dollar mit einem Anteil von 78,4 Prozent eine noch größere Bedeutung als bei den Exportgeschäften. In Euro wurden lediglich 20,0 Prozent der Importwaren gezahlt (andere Währungen: 1,7 Prozent).
(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Christian Götz und Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)