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20.03.2026 /13:47:22
Maßnahmenpaket für mehr Pünktlichkeit der Bahn - wohl weniger Angebot nötig

Berlin, 20. Mrz (Reuters) - Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will die Deutsche Bahn mit einem Maßnahmenbündel zuverlässiger und pünktlicher machen. Die entsprechende Taskforce seines Ministeriums habe sich zusammen mit der Branche auf 22 konkrete Maßnahmen verständigt, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Sie sollten kurzfristig das System stabilisieren. Beispielsweise sollen sogenannte Joker-Gleise freigehalten werden, um kurzfristig auf Änderungen reagieren zu können und Wartezeiten vor Einfahrten in den Bahnhof zu vermeiden. Außerdem werde die Bahn-Infrastrukturtochter ab 2027 verbindliche Pufferzeiten einführen, damit weniger Verspätungen beim Ein- und Aussteigen entstünden. Ferner solle mehr Personal helfen, damit das Einsteigen schneller über die Bühne gehe.

Probleme gibt es seit Jahren vor allem rund um die großen Verkehrsknoten im Schienennetz wie München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg oder Berlin. Philipp Nagl, der Chef der Bahn-Infrastrukturtochter, sagte, es gebe nicht überall Verstopfungen im Schienennetz, wohl aber an den Verkehrsknoten. Auf die Frage, ob das Konzept am Ende zu einem ausgedünnten Angebot führen wird, sagte er, es werde nicht signifikant weniger Züge geben. Die Maßnahmen seien ein wesentlicher Beitrag, um die Pünktlichkeitsziele der Bahn zu erreichen.

Schnieder strebt für die Deutsche Bahn im Fernverkehr bis 2029 eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 70 Prozent an. Mittelfristig sollten es dann 80 Prozent sein, langfristig 90 Prozent. Damit wäre die Bahn dann auf Augenhöhe etwa mit dem Zugverkehr in Österreich oder den Niederlanden. Im Nahverkehr soll die Pünktlichkeit dauerhaft bei 90 Prozent liegen. Aktuell sind nicht einmal 60 Prozent der Züge im Fernverkehr pünktlich, im Nahverkehr sind es knapp 90 Prozent.

Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) betonte, wichtig sei die geplante Digitalisierung der Zugsteuerung. Im ersten Schritt würden bis zu vier digitale Steuerungszentralen bis 2027 modernisiert. "Gleichzeitig werden wir innovative Bauverfahren erproben, um das Umsetzungstempo zu erhöhen", so VDB-Hauptgeschäftsführerin Sarah Stark.



(Bericht von Christian Krämer. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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