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20.03.2026 /14:54:39
FOKUS 1-Spanien senkt Mehrwertsteuer auf Strom - Benzin soll billiger werden

* Regierung plant fünf Milliarden Euro großes Paket
 
*Sanchez: Ich bin sehr, sehr wütend wegen der Situation
 
(neu: Ministerpräsident, Details, Hintergrund)
Madrid, 20. Mrz (Reuters) - Spanien will die
wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts mit einem
milliardenschweren Hilfspaket abfedern. Ministerpräsident Pedro
Sánchez kündigte am Freitag Maßnahmen im Umfang von fünf
Milliarden Euro an. Dazu gehört unter anderem eine Senkung der
Mehrwertsteuer auf Strom von 21 auf zehn Prozent. Die Maßnahmen
sollen so lange wie nötig in Kraft bleiben, sagte Sanchez. Er
gehört zu den schärfsten Kritikern der Angriffe der USA und
Israels auf den Iran, wegen der die Öl- und Gaspreise weltweit
stark gestiegen sind.

Die Pläne sehen zudem eine Senkung der Kraftstoffpreise um bis zu 30 Cent pro Liter sowie einen Zuschuss von 20 Cent pro Liter für die besonders betroffene Landwirtschaft und das Transportgewerbe vor. Die Maßnahmen müssen noch vom Parlament gebilligt werden. Das Kabinett teilte sie in zwei Pakete auf, die dem Parlament in der kommenden Woche vorgelegt werden sollen.

Eines der Pakete konzentriert sich auf Hilfen für Mieter und bedürftige Haushalte. Der linksgerichtete Koalitionspartner Sumar hatte auf diese Maßnahmen gedrängt. Er hatte damit gedroht, gegen das Dekret zu stimmen, sollte es keine Hilfen für den Wohnungsmarkt enthalten. Sanchez sagte jedoch, es sei unwahrscheinlich, dass dieses Paket wegen des Widerstands der rechten Parteien eine Mehrheit im Parlament bekommen werde.





"SEHR, SEHR WÜTEND"

"Kein Plan kann das Elend dieses illegalen Krieges lindern", sagte der Ministerpräsident. Die Kosten des Pakets entstünden größtenteils durch Einnahmeausfälle aus den Steuersenkungen. "Das sind fünf Milliarden Euro, die wir für Stipendien, das Gesundheitswesen und die Langzeitpflege ausgeben könnten", sagte Sanchez. "Die Situation macht mich sehr, sehr wütend."

Spaniens Notenbankchef Jose Luis Escriva mahnte zur Umsicht bei Zuschnitt und Dauer der Maßnahmen: "In Situationen dieser Art müssen Maßnahmen gezielt sein, um die am stärksten betroffenen Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft zu schützen", sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur EFE.



(Bericht von Emma Pinedo, Victoria Waldersee, David Latona, geschrieben von Rene Wagner, redigiert von Christian Rüttger - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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