| (Neu: Amerika-Chef, Hintergrund) | ||
| * | Lizenz ist die Grundlage | für breiteres Angebot |
| * | UBS in den USA auf Aufholjagd | |
| Zürich, 20. Mrz (Reuters) - Die | Schweizer Großbank | |
| UBS <UBSG.S> kann ihr Geschäft in den USA nach dem Erhalt einer | ||
| nationalen Banklizenz ausbauen. Die US-Bankenaufsicht Office of | ||
| the Comptroller of the Currency (OCC) habe die entsprechende | ||
| Genehmigung erteilt, hieß es in einer am Freitag | ||
| veröffentlichten Mitteilung des Konzerns auf LinkedIn. "Dieser | ||
| Meilenstein verschafft uns eine hervorragende Ausgangsposition | ||
| für die nächste Wachstumsphase, in der wir daran arbeiten, | ||
| unsere US-Bankplattform zu stärken und unseren Service für | ||
| Kunden und Berater weiter zu verbessern", erklärte Amerika-Chef | ||
| Robert Karofsky in einem Video. Kurzfristig ändere sich für die | ||
| Kundschaft nichts, hieß es weiter. | ||
Die größte Schweizer Bank hatte im Oktober eine nationale Banklizenz beantragt. Die neue Tochtergesellschaft UBS Bank USA solle künftig unter anderem Zahlungsdienste sowie Giro- und Sparkonten anbieten. Mit dem Schritt will die UBS die Beziehungen zu ihren US-Kunden vertiefen, die für ihre alltäglichen Bankgeschäfte bislang weitgehend auf andere Institute angewiesen sind. Das OCC ist eine US-Behörde, die die national tätigen Institute reguliert und überwacht.
Brian Carlin, Chef der UBS Bank USA, erklärte, die nationale Banklizenz werde es der Bank ermöglichen, ihren Kundenstamm und ihr Dienstleistungsangebot zu erweitern. "Wir werden nun direkt in den Wettbewerb um das Angebot von Alltagsbankgeschäften einsteigen", erklärte er. "Die wichtigsten Funktionen, über die unsere Kunden heute verfügen ? von denen viele derzeit bei einem Wettbewerber genutzt werden ?, können sie nun auf unsere Plattform übertragen."
Die USA sind für die UBS im Kerngeschäft mit Millionären und Milliardären der wichtigste Wachstumsmarkt. Gleichzeitig hinkt das Institut in dem Geschäft den führenden lokalen Anbietern wie Morgan Stanley <MS.N> hinterher. Diesen Rückstand will die Bank in den kommenden Jahren verringern. Die UBS habe in den USA die Kostenbasis einer viel größeren Organisation, aber noch nicht das Produktangebot, um das Potenzial auszuschöpfen, erklärte Konzernchef Sergio Ermotti im März 2024.
In keinem Land gibt es mehr Millionäre als in den USA. Doch das Geschäft mit Reichen und Superreichen ist in Amerika mit einem Kosten-Ertrags-Satz von zuletzt 87 Prozent deutlich weniger profitabel als in Asien, Europa und der Schweiz. Das hat auch damit zu tun, dass die Kundenberater in den USA einen großen Teil der Erträge einstreichen. Banken, die die Berater schlechter entlohnen, laufen Gefahr, Berater und mit ihnen Kunden an die Konkurrenz zu verlieren. Mit einem breiteren Produktangebot steigt für die Kunden die Hürde, das Institut zu wechseln.
(Bericht von Oliver Hirt und Dave Graham. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)