| (neu: Truppenverlegung, Trump zu Nato, Einzelheiten) | |
| * | Nach drei Wochen kein Ende von Iran-Krieg in Sicht |
| * | Israel tötet Sprecher der Revolutionsgarden |
| * | Netanjahu: Umsturz nur mit "Bodenkomponente" |
| * | Risse in Abstimmung mit Trump |
| - von Alexander Cornwell und Jana Choukeir und Idrees Ali | |
| Tel Aviv/Dubai/Washington, 20. Mrz (Reuters) - Das | |
| US-Militär verlegt Insidern zufolge Tausende zusätzliche | |
| Marineinfanteristen und Seeleute in den Nahen Osten. Dies sagten | |
| drei US-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters unter Wahrung | |
| der Anonymität. Welche genaue Rolle die zusätzlichen Einheiten | |
| übernehmen sollen, ließen die Informanten offen. Das Weiße Haus | |
| und das US-Verteidigungsministerium nahmen zu den Informationen | |
| zunächst nicht Stellung. Im Krieg der USA und Israels gegen den | |
| Iran ist auch drei Wochen nach Beginn kein Ende in Sicht. Der | |
| Iran griff am Freitag eine Ölraffinerie in Kuwait an, während | |
| Israel in Teheran einen Sprecher der iranischen | |
| Revolutionsgarden tötete. | |
Einem Bericht des Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf vier Insider zufolge erwägt die US-Regierung, die iranische Ölexport-Drehscheibe auf der Insel Charg zu besetzen oder zu blockieren. US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag auf entsprechende Berichte angesprochen: "Wenn ich es tun würde, würde ich es Ihnen sicherlich nicht sagen. Aber ich setze keine Truppen ein. Wir werden tun, was nötig ist." Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Donnerstag ohne weitere Erläuterungen, ein Sturz der iranischen Regierung erfordere eine "Bodenoffensive".
Den Insidern zufolge umfasst die geplante Verlegung das amphibische Angriffsschiff USS Boxer, die dazugehörige Marine-Expeditionseinheit (MEU) sowie ein begleitendes Kriegsschiff. Einem der Insider zufolge verlassen die Truppen die Westküste der USA etwa drei Wochen früher als geplant. Die Verlegung erfolgt vor dem Hintergrund früherer Reuters-Berichte, wonach Trump die Entsendung Tausender Soldaten erwägt, um die Militäroperation im Nahen Osten zu verstärken.
Die staatliche kuwaitische Ölgesellschaft teilte mit, die Raffinerie Mina Al-Ahmadi sei von mehreren Drohnen getroffen worden. Einige der Anlagen seien in Brand geraten. Das israelische Militär erklärte, es habe Regierungseinrichtungen in Teheran angegriffen. Dabei starb dem iranischen Staatsfernsehen zufolge Ali Mohammad Naini, der stellvertretende Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Revolutionsgarden.
Die Aussichten auf eine Waffenruhe werden durch den Eindruck getrübt, dass Israel und die USA unterschiedliche Ziele verfolgen. "Die israelische Regierung hat sich darauf konzentriert, die iranische Führung auszuschalten", sagte US-Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard am Donnerstag vor dem zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses. "Der Präsident sagte, seine Ziele seien die Zerstörung der iranischen Abschuss- und Produktionskapazitäten für ballistische Raketen und ihrer Marine."
Netanjahu versprach am Donnerstag, Trumps Anweisung zu befolgen und das iranische Gasfeld South Pars nicht erneut anzugreifen. Ein iranischer Vergeltungsschlag auf katarische Anlagen hatte Schäden verursacht, die das weltweite Erdgasangebot auf Jahre hinaus verknappen werden. Durch die Luftangriffe und die faktische Schließung der Straße von Hormus durch den Iran - das Nadelöhr für 20 Prozent des weltweiten Öls und Flüssigerdgases - sind die Lieferungen von Rohöl und Erdölprodukten um etwa zwölf Millionen Barrel pro Tag gesunken. Dies entspricht rund zwölf Prozent der weltweiten Nachfrage. Diese Mengen können von der Industrie nicht ohne Weiteres ersetzt werden, die Folgen könnten noch Jahre zu spüren sein.
Netanjahu sagte, der Iran sei nun nicht mehr in der Lage, Uran anzureichern oder ballistische Raketen herzustellen. Die anhaltenden iranischen Angriffe auf Ziele im gesamten Nahen Osten, darunter der mehr als 1200 Kilometer entfernte saudische Ölhafen Janbu am Roten Meer, widersprechen diesen Darstellungen jedoch. Die Revolutionsgarden teilten mit, die Raketenproduktion laufe weiter und die Bestände gingen nicht zur Neige.
Wegen ihrer Weigerung, die USA vor Ort zu unterstützen, beschimpfte Trump die Nato-Partner am Freitag als "Feiglinge". "Ohne die USA ist die Nato ein Papiertiger", schrieb Trump auf Sozialen Medien. Er warf den Staaten vor, sich nicht an dem Konflikt beteiligen zu wollen, sich aber gleichzeitig über die hohen Ölpreise zu beschweren. Der Kampf sei nun militärisch gewonnen und berge kaum noch Gefahren für die Verbündeten, behauptete er. Dennoch weigerten sich die Verbündeten, bei der Öffnung der Straße von Hormus zu helfen. Dabei handele es sich um ein einfaches militärisches Manöver mit geringem Risiko. "Feiglinge, und wir werden uns daran erinnern", fügte er hinzu.
Vorab informiert über den Iran-Einsatz waren die Partner nicht. Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, die Niederlande, Japan und Kanada sagten in einer gemeinsamen Erklärung am Donnerstag zu, sich an der Sicherung der Seewege zu beteiligen. Bundeskanzler Friedrich Merz machte jedoch deutlich, dass dies ein Ende der Kampfhandlungen voraussetze. Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte nach einem EU-Gipfel in Brüssel, die Verteidigung des Völkerrechts und die Förderung der Deeskalation seien das Beste, was man tun könne.
(Mit weiteren Reuters-Büros Bearbeitet von Alexander Ratz Redigiert von Ralf Bode Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)