Dubai, 20. Mrz (Reuters) - Der Immobilienmarkt in Dubai zeigt knapp drei Wochen nach Beginn des US-israelischen Kriegs gegen den Iran erste Schwächezeichen. Laut Daten von Analysten ist das Transaktionsvolumen abgesackt, und einige Makler berichten von Preisreduzierungen. Der Krieg und Teherans Angriffe auf Israel, US-Stützpunkte und Golfstaaten wie die Vereinigten Arabischen Emirate haben Dubais Image als sicherer Hafen für Investoren weltweit beschädigt.
Die Umsätze bei Immobilien in den Emiraten fielen in den ersten zwölf Märztagen um 37 Prozent im Jahresvergleich und um 49 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie Goldman-Sachs-Analysten in einer diese Woche veröffentlichten Studie schätzten. Einige Immobilien würden bereits mit Preisnachlässen von zwölf bis 15 Prozent angeboten, berichteten Makler. Eine Wohnung nahe dem Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt, werde wegen der aktuellen Lage in einem "schnellen Verkauf" für 650.000 Dollar angeboten, rund zwölf Prozent unter dem früheren Preis, hieß es in einer Maklernachricht. Eine noch nicht fertiggestellte Wohnung auf der begehrten Palm Jumeirah Insel werde mit 15 Prozent Rabatt für rund zwei Millionen Dollar angeboten.
Die Aktien von Immobilienentwicklern sind gefallen. Emaar Properties, der Entwickler hinter dem Burj Khalifa, büßte seit Kriegsbeginn mehr als 26 Prozent an der Börse Dubai ein. Goldman Sachs zufolge halbierte sich der Gesamtwert der abgeschlossenen Transaktionen in diesem Monat im Vergleich zum Februar. Das ist ein stärkerer Rückgang als während der Dubai-Überschwemmungen 2024 oder eines früheren iranisch-israelischen Konflikts im vergangenen Juni.
Citi-Analysten erklärten, der Krieg stelle ein "erhebliches Risiko" für Dubais künftige Erwartungen an das Wachstum der Einwohnerzahl dar, da er Hauskäufer und Immobilieninvestoren abschrecken könnte. Sie gehen nun von einem Wachstum von einem Prozent in Dubai in diesem Jahr aus und von jährlich zwei bis 2,5 Prozent zwischen 2027 und 2031, verglichen mit vier Prozent in den vergangenen Jahren.
Branchenvertreter vor Ort äußerten sich weniger besorgt. "Die Daten erzählen eine klare Geschichte, oder? Die Transaktionen sind nicht zum Stillstand gekommen", sagte Imran Sheikh, Gründer der Immobilien-Investmentfirma BlackOak. Diese Woche sei eine rund 25 Millionen Dollar teure Wohnung auf der Palm Jumeirah Insel an den ehemaligen UFC-Schwergewichtschampion Francis Ngannou verkauft worden, was laut Entwickler Arada die anhaltende Nachfrage der Investoren nach Luxusimmobilien in Dubai unterstreicht. Mehrere Investoren fragten nach Objekten, die mit Rabatt verkauft würden, berichtete die in Dubai ansässige Investmentfirma Asas Capital. Emaar-Gründer Mohamed Alabbar gab sich gelassen und sagte dem Sender CNBC in diesem Monat, beim Preis wolle "niemand nachgeben".
(Bericht von Federico Maccioni, Hadeel Al Sayegh, Rachna Uppal und Nazih Osseira. Geschrieben von Isabelle Noack. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)