| * Brentpreis weiter jenseits der 100-Dollar-Marke | |
| * | Zins- und Konjunktursorgen belasten |
| * | Elmos-Aktie deutlich im Aufwind - Gründer erwägen |
| Verkauf | |
| (Neu: Schlusskurse) | |
| Frankfurt, 20. Mrz (Reuters) - Die Angst vor einer | |
| globalen Energiekrise durch den Nahost-Krieg hat die Börsen am | |
| Freitag erneut belastet. Der Dax <.GDAXI> sackte um zwei Prozent | |
| auf 22.380 Punkte ab. Der EuroStoxx <.STOXX50E> fiel ebenfalls um | |
| zwei Prozent und auch an den US-Börsen ging es zum Wochenschluss | |
| weiter abwärts. Für Nervosität sorgten die anhaltenden Kapriolen | |
| am Ölmarkt. Das Nordseeöl Brent lag mit rund 109 Dollar | |
| je Barrel weiterhin deutlich über der psychologisch wichtigen | |
| 100-Dollar-Marke. | |
Die USA wollen im Iran-Konflikt mehr Truppen in den Nahen Osten schicken. Der amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran eskalierte in dieser Woche mit Angriffen auf wichtige Energieinfrastrukturen im Iran und Gegenangriffen auf Nachbarländer wie Saudi-Arabien, Katar und Kuwait. "Hält der Iran-Krieg die nächsten Wochen mit anhaltenden Ölpreisen über 100 US-Dollar bei fortgesetzter Schließung der Straße von Hormus an, werden sich die Wirtschaftsindikatoren und mit ihnen zumindest die kurzfristigen Wachstumsperspektiven im April noch spürbar weiter eintrüben ? in diesem Fall würden die Stagflationsängste zunehmen", sagte Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck. Damit verlor der deutsche Leitindex auf Wochensicht rund 4,5 Prozent.
Seit Beginn des Nahost-Krieges ist der Brent-Preis um gut 50 Prozent in die Höhe geschnellt. Anleger fürchten, dass dies die Teuerung nach oben treiben und eine restriktivere Geldpolitik der Notenbanken zur Folge haben könnte. Reuters hatte nach der jüngsten Zinssitzung von Insidern erfahren, dass wegen der Inflationsgefahr im EZB-Rat eine baldige Zinserhöhung ins Auge gefasst wird. Der Euro <EUR=> war wegen der Zinsspekulationen am Donnerstag deutlich gestiegen, zum Wochenschluss notierte er leicht schwächer bei 1,1563 Dollar. Der Dollar-Index <.DXY> stand mit 99,54 Punkten 0,3 Prozent höher.
An den Anleihemärkten setzte sich der Ausverkauf fort, was die Rendite der Bundesanleihe <DE10YT=RR> auf den höchsten Stand seit 2011 trieb. "Die traurige Wahrheit ist, dass erhebliche Aufwärtsrisiken für die Inflation bestehen, weshalb der Ausverkauf nachvollziehbar ist. Die Neubewertung des Zinspfads, zumindest in Europa, erscheint angesichts des Schocks bei den Energiepreisen angemessen", sagte Chris Scicluna, Research-Leiter bei Daiwa Securities.
Auf der Unternehmensseite mussten einige Werte am sogenannten Hexensabbat zum Teil deutliche Kursausschläge hinnehmen. Zu diesem großen Verfallstermin werden an den Terminmärkten Optionen und Futures auf Aktien und Indizes fällig. Investoren versuchen daher, die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten Heidelberg Materials <HEIG.DE> mit einem Aufschlag von 3,2 Prozent und Infineon <IFXGn.DE> mit einem Plus von 1,5 Prozent. Schwächster Dax-Wert waren die Papiere von E.ON <EONGn.DEW>, die 4,2 Prozent nachgaben.
Bei den Nebenwerten gerieten die Aktien von Bechtle <BC8G.DE> nach einem vorsichtigen Ausblick unter die Räder und fielen um 14,2 Prozent. Ein Kursfeuerwerk lösten dagegen Übernahmespekulationen bei Gerresheimer aus. Der US-Verpackungskonzern Silgan Holdings <SLGN.N> hat Insidern zufolge Interesse an dem Spezialverpackungshersteller und arbeitet mit Beratern an einer möglichen Offerte in Höhe von 41 Euro je Aktie. Die Aktien sprangen um 21,8 Prozent nach oben auf 21,60 Euro. Seit Jahresbeginn haben sie jedoch 35 Prozent verloren, weil Gerresheimer mit Problemen in der Rechnungslegung kämpft.
Die Titel von Elmos Semiconductor <ELGG.DE> gewannen 8,6 Prozent. Die Gründer erwägen laut einem Reuters-Bericht einen Ausstieg bei dem Chipzulieferer für die Autoindustrie.
(Bericht von Anika Ross, Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: