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20.03.2026 /19:03:14
INTERVIEW-Katars Energieminister: Habe wiederholt vor iranischen Angriffen gewarnt

Dubai, 20. Mrz (Reuters) - Katars Energieminister Saad al-Kaabi sieht sich nach dem iranischen Angriff auf Flüssiggas-Anlagen seines Landes in seinen Befürchtungen bestätigt. "Ich habe immer gewarnt, mit Öl- und Gas-Managern gesprochen, die unsere Partner sind, mit dem US-Energieminister gesprochen, um ihn vor dieser Konsequenz zu warnen, dass das für uns verheerend sein könnte", sagte der Chef von QatarEnergy der Nachrichtenagentur Reuters. Zu den Partnern von QatarEnergy gehören große US-Energiekonzerne wie ExxonMobil <XOM.N> und ConocoPhillips <COP.N>.

Raketen- und Drohnenangriffe haben Tanker, Raffinerien und andere wichtige Energieinfrastruktur beschädigt. Am härtesten traf es QatarEnergys Anlage in Ras Laffan, den weltgrößten Komplex für verflüssigtes Erdgas (LNG). Die Schäden an den 26 Milliarden Dollar teuren Anlagen würden die LNG-Lieferungen nach Europa und Asien für bis zu fünf Jahre beeinträchtigen, sagte Kaabi. Israel hatte am Mittwoch Irans wichtigstes Gasfeld South Pars angegriffen. Teherans Antwort war eine Serie von Attacken auf Energie-Infrastruktur am Golf in Kuwait, den Emiraten, Saudi-Arabien und Katars Ras Laffan.

Der Angriff auf Ras Laffan habe 17 Prozent von Katars LNG-Exportkapazität ausgeschaltet, sagte Kaabi. Die Folgen könnten noch bis zu fünf Jahre zu spüren sein, weil die Kühlsysteme von zwei der 14 Anlagen vollständig zerstört seien. Zudem werde sich die geplante Erweiterung verzögern, was Gaslieferungen an Länder wie Frankreich, China und auch Deutschland ab 2027 betreffe.

Die Erweiterung sollte Katars Verflüssigungskapazität bis 2027 von 77 auf 126 Millionen Tonnen pro Jahr steigern. "Es wird um Monate verzögert, wenn nicht ein Jahr oder mehr", sagte Kaabi. Der Krieg habe die gesamte Region um zehn bis 20 Jahre zurückgeworfen.

(Bericht von Maha El Dahan, Andrew Mills, Yousef Saba, Sheila Dang, Timothy Gardener, Jarret Renshaw und Stephanie Kelly. Geschrieben von Isabelle Noack. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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