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20.03.2026 /19:42:11
FOKUS 1-Merz: Maga-Bewegung hat grundlegend andere Vorstellung von Demokratie

* Kanzler lädt Trump nach Bad Dürkheim im September ein
 
*"US-Präsident ist derzeit nicht so gut auf mich zu
sprechen"
 
*Merz will für transatlantische Beziehungen kämpfen
 
(Durchgehend neu, mehr Merz)
Berlin, 20. Mrz (Reuters) - Bundeskanzler Friedrich Merz
hat grundlegende Differenzen mit der US-Regierung eingeräumt,
will sich aber dennoch weiter um gute transatlantische
Beziehungen bemühen. "Die Maga-Bewegung ist nicht unsere
Bewegung", sagte Merz am Freitagabend auf einer
CDU-Wahlveranstaltung in Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz mit
Verweis auf die Anhänger von Präsident Donald Trump. "Und das,
was die machen mit Kultur und Medien, wie sie miteinander
umgehen, ist nicht unsere Vorstellung von Demokratie. Wir haben
eine andere Vorstellung", fügte der CDU-Vorsitzende hinzu. Merz
kündigte an, dass er am Wochenende mit Trump telefonieren und
ihn im September nach Deutschland einladen werde. "Ich muss am
Wochenende mit ihm sprechen", sagte Merz. Thema dürfte erneut
der Iran-Krieg sein.

Es könne sein, dass die transatlantische Partnerschaft einem tiefgreifenden Wandel unterliege. "Es kann sein, dass wir nicht mehr so ohne jede Einschränkung die Amerikaner an unserer Seite haben", sagte Merz. Aber er wolle die über viele Jahrzehnte gewachsene transatlantische Bindung nicht aufgeben. "Ich werde dafür kämpfen, dass sie erhalten bleibt", fügte er hinzu. In Rheinland-Pfalz, wo am Sonntag Landtagswahlen stattfinden, sind mehrere tausend US-Soldaten stationiert. Er wolle sich auch in Zukunft mit den USA darüber verständigen, "welches Menschenbild wir haben, welche Vorstellungen von Demokratie, ... auch welche Vorstellungen über das Völkerrecht", betonte der Kanzler.

Merz hatte Trump bereits bei seinem Antrittsbesuch 2025 nach Rheinland-Pfalz eingeladen. Trumps Großvater, Friedrich Trump, war 1885 aus der Pfalz in die USA ausgewandert. Der CDU-Vorsitzende merkte an, dass er noch nicht wisse, ob Trump die Einladung nach Bad Dürkheim annehme. "Ich weiß auch nicht, ob alle davon so begeistert sind. Zumindest für den Secret Service wird das ein Albtraum", scherzte er. Der Kanzler fügte offenbar in Anspielung auf Differenzen über den Iran-Krieg hinzu: "Er ist im Augenblick nicht so ganz gut auf mich zu sprechen."

Zugleich forderte er die Europäer zu mehr Selbstbewusstsein auf. "Allein in der Europäischen Union leben 100 Millionen Menschen mehr als in den Vereinigten Staaten von Amerika. Warum machen wir uns eigentlich so klein? Wir könnten viel stärker sein, wenn wir zusammenstehen", sagte Merz. Spätestens seit der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, "der Vertreter eines frei wählenden Volkes dort auf der Bank im Oval Office abgebürstet" worden sei, hätte man wissen können, dass die Europäer mehr für ihre Verteidigung und ihr Selbstbewusstsein tun müssten.

(Bericht von Andreas Rinke redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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