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20.03.2026 /19:32:30
FOKUS 1-Volkswagen-Chefaufseher Pötsch soll weitere Amtsperiode bleiben

(Neu:Hintergrund, Details)
 
*Auch Chefposten bei Porsche SE wird verlängert
 
*Pötsch steht seit 2015 an Spitze des VW-Aufsichtsrats
 
Berlin, 20. Mrz (Reuters) - Die Entscheidung über die
künftige Führung des Aufsichtsrats von Europas größtem Autobauer
Volkswagen <VOWG.DE> ist gefallen. Hans Dieter Pötsch soll das
Kontrollgremium des Wolfsburger Konzerns auch in den kommenden
fünf Jahren leiten. Der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats
werde dem Gremium bei der nächsten Sitzung einen entsprechenden
Vorschlag unterbreiten, teilte das Unternehmen am Freitag nach
Börsenschluss mit. Anschließend sollen die Aktionäre bei der
Hauptversammlung im Juni über die Personalie abstimmen. Der
74-jährige Pötsch sagte, er habe sich dazu entschieden, für eine
Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. "Dem Wunsch, das Unternehmen
weiterhin an der Spitze des Kontroll- und Beratungsgremiums
durch diese herausfordernden Zeiten zu führen, komme ich gerne
nach."

Für Pötsch ist es die dritte Amtszeit an der Spitze des VW-Aufsichtsrats. Er war im Oktober 2015 nach Auffliegen des Dieselskandals erstmals in das Gremium gewählt worden, nachdem er das Finanzressort im Volkswagen-Vorstand geleitet hatte. Seine Wiederwahl durch die VW-Aktionäre gilt als Formsache.

Zudem bleibt Pötsch Vorstandschef des VW-Großaktionärs Porsche Automobil Holding SE <PSHG_p.DE>. Der Aufsichtsrat der Porsche SE habe beschlossen, Pötschs Mandat als Vorstandschef um eine weitere Amtszeit bis Ende 2031 zu verlängern, teilte die Obergesellschaft der Autobauer VW und Porsche AG <P911_p.DE> mit. Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche sagte, die Bereitschaft von Pötsch, in schwierigen Zeiten weiter Verantwortung zu übernehmen und die Interessen des Unternehmenes zu vertreten, verdiene große Anerkennung. "Gleichzeitig ermöglicht diese Kontinuität in der Person eine Fokussierung auf die anstehenden Aufgaben in der Sache, da insbesondere die Transformation der Automobilindustrie große Herausforderungen mit sich bringt", sagte Porsche-Vize-Aufsichtsratschef Hans Michel Piech.

Volkswagen steht derzeit mitten im Umbau. Konzernweit fallen nach Angaben von VW-Chef Oliver Blume in den kommenden Jahren rund 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland weg, allein 35.000 davon bei der Hauptmarke Volkswagen. Der Gewinn war 2025 um die Hälfte eingebrochen. Der harte Wettbewerb in China, die Zölle von US-Präsident Donald Trump und hohe Investitionen in Elektromobilität und Software machen dem Unternehmen zu schaffen.

(Bericht von Christina Amann und Olaf Brenner Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter Berlin.Newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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